Kirche Poppendorf

Eine Taufkapelle wird 1188 erwähnt, als Eberhard von Wolfsberg sein Poppendorfer Gut mit allem Zugehörungen dem Kloster Michelfeld übertrug. In dem Besitz des Dorfes teilten sich auch in den späteren Jahrhunderten die Oberpfalz und das Bistum Bamberg. Die 1448 nachweisbare Pfarrei war von 1552 bis 1618 mit protestantischen Geistlichen besetzt und wurde 1630 mit Hohenmirsberg vereinigt. Seit 1918 Kuratie.
Vom bestehenden Bau stammt der rechteckige Chor sowie die drei unteren Geschosse des Turmes aus spätgotischer Zeit. Die Form des schmalen, zugesetzten Spitzbogenfensters legt eine Datierung in die zweite Hälfte des 14.Jahrhunderts nahe. Das oberste Turmgeschoss wurde laut Jahreszahl 1696 aufgebaut.
1752 besichtigte der Baumeister Wenzelslaus Schweßinger aus Waischenfeld die baufällige Kirche und lieferte einen Riss für den Neubau, der dann 1754 ausgeführt wurde. Der gotische Chor wurde um sechs Schuh erhöht und erhielt Rundbogenfenster sowie einen neuen Chorbogen; das Langhaus wurde neu errichtet. 1760 erbaute der Maurermeister Conrad Steigel die Friedhofsmauer mit dem Tor.
Sterbepfeiler am Chor von 1850, Turmreparatur 1927. Die Sakristei wurde 1934 mit den alten Quadern neu aufgebaut.

Baubeschreibung:
Eingezogener rechteckiger Chor mit Flachdecke über stuckierter Profilleiste und Hohlkehle. Nach Osten hochsitzendes Ovalfenster, darunter außen zugesetztes, sehr schmales Spitzbogenfenster, nach Norden und Südenbarocke Rundbogenfenster, unter dem Südfenstergotische Spitzbogennische mit Dreipassspätgotische Turmtüre mit Kielbogenabschluss in rechteckiger Sandsteinrahmung. Im Nordwestlichen Chorwinkel rechteckige Sakristeitüre. Einspringender rundbogiger Chorbogen, gequadert, mit profiliertem Kämpfergesims. Das Langhaus zu drei Fensterachsen mit Flachdecke über Hohlkehle ist ein schlichter Saalraum ohne architektonisch Gliederung. Fester rundbogig wie im Chor, außen mit flach vorspringender Rahmung und Schlussstein. Portale axial nach Norden und Westen, außen in profilierter, geohrter Sandsteineinrahmung mit Schlussstein. Holztüren mit Rautenfederung. Die Empore aus der Erbauungszeit auf vier gebauchten Holzsäulen mit schlicht gefederter Brüstung springt seitlich bis zur Höhe der mittleren Fenster vor und ist vor der Orgel dreiseitig vorgezogen.
Das Äußere Langhaus aus Quadermauerwerk ist durch umlaufenden Sockel und Ecklisenen gegliedert. Über dem Westportal zugesetztes Fenster mit eingezogenem Rundbogen und Schlussstein. Über profiliertem Dachgesims geschiefertes Walmdach

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