Das Krüge-Museum (Museen Fränkische Schweiz)

Das Krüge-Museum

Das Krügemuseum der Stadt Creußen ist seit 1950 in der Torwächterstube des Hinteren Tores stilvoll untergebracht. Es lohnt sich, die Stufen hinaufzusteigen, denn die dicken Sandsteinmauern beherbergen ein besonderes Schatzkästchen: ein Museum mit dem weltberühmten Creußener Steinzeug.
Die mehr als 150 ausgestellten Exponate geben einen Überblick über das Schaffen der Krugmachermeister im 17. u. 18. Jahrhundert auf die Dauer ihrer Herstellungszeit von ca. 170 Jahren.

Das Produktionsspektrum umfasste Krüge, Kannen, Flaschen und Töpfe und teilte sich in Schmuck- und Gebrauchsware. Beide Gruppen, obwohl optisch so unterschiedlich auf den heutigen Betrachter wirkend, wurden mit den gleichen handwerklichen Erfahrungen und Regeln aus Ton hergestellt.

Die Geschichte des Museums
Blickt man anlässlich des 50jährigen Jubiläums des Krügemuseums der Stadt Creußen am 15. Juli 2000 in die Geschichte des Museums zurück, so lässt sich heute sagen, dass die Anfänge für ein Steinzeugmuseum in Creußen weit mehr als 50 Jahre zurückliegen.
Eine erste Sammlung verschiedener Gefäße entstand in der Zeit von 1882 – 1888 und umfasste schließlich 135 Exponate. Sie wurde durch den damaligen Bürgermeister Christian Grüner veranlasst und vom Stadtschreiber Karl Mann dokumentiert. Fanden sich noch in verschiedenen Familien Exemplare, so wurde auf deren Erwerbung selbst zu den höchsten Preisen förmliche Jagd gehalten und diese drohte im Monat Oktober 1882 derartig zu werden, dass auch der Rest aus Creußen gar auswandern sollte.

In der Absicht, die gesammelten und inventarisierten Krüge "... auf alle Zeiten dem nachkommenden Geschlechte zur Ansicht zu stellen ...", erließen die Hauptkrugbesitzer ein "Statut" und unterzeichneten es am 6. Juni 1888. Der Verbleib der Krüge in städtischer Obhut war damit geregelt. Der Stadtmagistrat beschloss daraufhin am 21. Juni 1888 "... daß er auf alle Zeiten unentgeltlich die Obsorge für die ungeschmälerte Erhaltung und Sicherstellung ... übernehme." Die Krüge wurden nun in einem extra dafür angefertigten Schrank im Alten Rathaus ausgestellt. Nach dem 2. Weltkrieg bestand im Rathaus keine Aufstellungsmöglichkeit mehr. Bürgermeister Mehl ergriff die Initiative zur angemessenen Unterbringung der im Speicher des Rathauses gelagerten Sammlung. Im Mai 1948 wandte er sich an des Landesamt für Denkmalpflege. Es bestätigte im März 1949 der Stadt Creußen durch Dr. Georg Lill: "Der Gedanke, die im Besitz der Stadt befindliche Sammlung von Creußener Krügen ... in einem Raum des Stadttores aufzustellen, erscheint uns sehr glücklich. Damit würde dem einstigen bedeutenden Handwerkszweig ein Denkmal gesetzt." Nach einer Besprechung am 27. August 1949 in der Gaststätte Lorenz Küffner, Habergasse wurde auch Herr Dr. Thiel, Landrat des Landkreises Pegnitz und Kulturreferent der Regierung von Oberfranken, ein beständiger und kundiger Unterstützer der Stadt Creußen in Sachen Steinzeug, hinzugezogen. Er veranlasste die finanzielle Förderung für die Errichtung des Museums und den Ankauf etlicher Creußener Krüge.

Am 15. Juli 1950 wurde das Museum in der ehemaligen Torwächterstube des Hinteren Tores eröffnet.
Zu dieser Zeit erfolgte auch die zweite Bestandsaufnahme der Gefäße durch Herrn Fritz Bayerlein und Herrn Dr. Heinrich Thiel. Nebenbei bemerkt, dieses Verzeichnis wurde 1980 von Herrn Bayerlein fortgeschrieben und 1999 von U. Kröll und M. Abel nochmals ergänzt.

Für die Stadt Creußen war es ein ausgesprochener Glücksfall, dass Professor Dr. Joachim Kröll, ab 1977 Museumsleiter, vorwiegend unter geschichtlichen Gesichtspunkten die Steinzeugforschung weiter betrieb. 1980 veröffentlichte er das Buch "Creußener Steinzeug". Er und seine Frau trugen mit ihrem Wirken wesentlich zum Bestehen und zur Bekanntheit des Museums bei.
Heute betreuen Frau Ursula Kröll und ein Kreis von Führer/innen mit der Freude an der Einmaligkeit des Creußener Steinzeugs und dem Stolz auf die eigene örtliche Geschichte das Museum ehrenamtlich.
Quellen: „Creußener Thonindustrie“, 1888

Öffnungszeiten:
Ab Ostern bis 31. Oktober
Mittwoch, Samstag, Sonntag 10.00 - 12.00 Uhr und 14.00 - 17.00 Uhr
ab 1. November bis Ostern
Samstag 14.00 - 17.00 Uhr, Sonntag 10.00 - 12.00 Uhr und 14.00 - 17.00 Uhr

Führungen außerhalb der Öffnungszeiten sind selbstverständlich jederzeit nach Absprache möglich.
Tel.: 09270/5805

Das Krüge Museum ist Mitglied im Verband Museen Fränkische Schweiz.

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