Die Geschichte Effeltrichs

Geschichte erleben, während des Georgiritts in Effeltrich ..
Geschichte erleben, während des Georgiritts in Effeltrich ..

Bereits im Jahre 1174 begegnete uns der Name Effeldera oder Effelteren, der von den althochdeutschen Wörtern aphalta oder affaltera abgeleitet wird. Die jetzige Schreibweise Effeltrich finden wir erst um 1620.
Effeltrich bedeutet Ort mit vielen Apfelbäumen kürzer gesagt apfelreich. Die alte und bedeutende Obstbaumzucht des Forchheimer Landes - also auch Effeltrichs - ist mit Sicherheit auf den ehemaligen karolingischen Königshof in Forchheim zurückzuführen. Die Königshöfe Karls des Großen (768-814) dienten ihrer Gegend als Musteranstalten, die den vorteilhaften Betrieb der Landwirtschaft lehren sollten. Der König hatte über alles genaue Anordnungen erlassen, so war u.a. genau vorgeschrieben, welche Obst- und Gemüsearten gezüchtet werden mußten. Aus dem vorher Gesagten ergibt sich, daß Effeltrich schon vor 1174 reiche Apfelbestände besessen haben dürfte; man wird die Bäume wohl auch in eigenen Obstbaumschulen gezogen haben, denn nicht von ungefähr wird dem Ort der bezeichnende Name Ort mit vielen Apfelbäumen gegeben worden sein.
Die nachfolgenden Angaben sollen uns zeigen, wie schnell und wie oft im Mittelalter auf Grund der besonderen Abhängigkeitsverhältnisse ein ganzer Ort, ja sogar ein größeres Gebiet, an einen neuen Besitzer übergehen konnte.
Der Bischof Arnold von Bamberg verpfändete am 8.6.1296 die ganze Hofmark Neunkirchen samt dem Zehent, den Effeltrich zu leisten hatte, an Friedrich Holzschuher und Heinrich Vorchtel zu Nürnberg. Bereits einige Jahre später kam diese Hofmark - und damit auch Effeltrich - wieder zu Bamberg, und unter dem Bischof Leopold II. von Egloffstein. Im Jahre 1442 drohte unter Bischof von Rotenhan abermals eine Verpfändung der gesamten Hofmark, was jedoch durch den Probst Ulrich von Merkenhausen verhindert werden konnte.

Obstbaumzucht
Und nun noch einiges von der Effeltricher Obstbaumzucht. Schon um 1650 hat man mit der gewerbsmäßigen Anlage von Obstbaumkulturen begonnen. Die Effeltricher Obstbaumzüchter hatten sich einen ausgedehnten Kundenkreis erworben. Es wird uns berichtet, daß am Ende des Dreißigjährigen Krieges in manchen Jahren 40-50 Baumverkäufer mit ihren Obstkarren ins Tal der Regnitz gefahren sind und daß viele Bäumchen mit Lastkähnen auch auf der Regnitz weiterverfrachtet worden sind. Nach gutem Gelingen ihres Geschäftes sind dann die Männer mit 20.000-24.000 Gulden Erlös wieder nach Hause zurückgekehrt. Sogar bis Schweden und Rußland kamen die Händler und lernten dabei ein schönes Stück von Europa kennen. Im Jahre 1864 fand in Effeltrich eine bedeutende landwirtschaftliche Tagung statt. Dabei wurden alle damals in der Obstbaumzucht bekannten Geräte vorgeführt und alle Verrichtungen und Tätigkeiten gezeigt, die bei der Bearbeitung von Obstbaumschulen ausgeführt werden. Die Obstbaumzucht- und Verkaufsgenossenschaft Effeltrich e.G.m.b.H. wurde im Jahre 1899 ins Leben gerufen.

Weinbau

In diesem Zusammenhang darf nicht unerwähnt bleiben, daß in Effeltrich früher auch ausgedehnter Weinbau betrieben wurde. Das entnehmen wir dem Urbari und Zinsbuch des Ambts Schelmberg anno 1555 demzufolge damals 25 Weingärten in Effeltrich dem Bamberger Fürstbischof zinspflichtig waren.

Sonderkulturen
Die Bewohner des Ortes haben stets fleißig und ohne großes Aufheben ihre Äcker und Viehzucht betrieben. Seit Jahrzehnten jedoch nehmen überdies die sogenannten Sonderkulturen eine wichtige Stellung im Wirtschaftsleben des Dorfes ein. Effeltricher Obstbäume sind weithin bekannt. Zwei Genossenschaften und etliche leistungsfähige Einzelfirmen versorgten einen sehr weit ausgedehnten Kundenkreis mit hochwertigen Bäumchen und Sträuchern sowie mit Rosenpflanzen aller Art.

Erdbeeren und Meerrettich

Neben den Bäumchen und Sträuchern genießen aber auch die Erdbeeren und der Meerrettich des Landstriches einen guten Ruf. Ihr feldmäßiger Anbau lohnt sich in günstigen Jahren noch immer. Die herrlichen Erdbeerfrüchte wandern auf die Wochenmärkte der Städte, während der Meerrettich oder Kren zunächst in die Fabrik gebracht wird. Nach entsprechender Behandlung wird der kräftig schmeckende Meerrettich - das Penicillin unter unseren Gemüsearten - in Döschen und Gläsern überallhin versandt.

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