Das Ermreuther Schloss

Photo taken by Daniel Arnold

 

In Ermreuth, das in seiner Geschichte mehrfach geteilt war, standen früher zwei Schlösser, ein unteres und ein obere. Wo das untere Schloss stand ist nicht bekannt. Es soll in den Hussiten­kriegen (1419 - 1436) zerstört worden sein. Während der Herrschaft der Familie von Muffel wurde das obere Schloss 1525 von aufrührerischen Bauern niedergebrannt und danach von Stefan von Muffel wieder aufgebaut. Es war als Wasserschloss vom Burggraben umgeben. Er ist teilweise noch erhalten. Durch die Familie von Stieber wurde um 1600 der heutige Schlossbau mit dem Treppenturm errichtet.

Im 18. Jahrhundert ließen die Her­ren von Künßberg das Obergeschoss ausbauen, den Treppenturm er­höhen und den Altanenanbau mit Brüstung errichten. Auch ein Schlossgeist gehörte nach alter Überlieferung zum Schloss, ein schwarzes Wesen, das sich Leuten, die bei Dunkelheit am Schloss vorbeigingen, auf den Rücken gesetzt und sie gedrückt haben soll. In der Familiengeschichte von Künßberg ist er­wähnt, dass dem letzten Künßberg der Ermreuther Linie kurz vor sei­nem Tod das Burghündchen (ein Möpschen von schwarzer Farbe und mit gelben Extremitäten) erschienen sein soll.
Durch den Verkauf des Rittergutes Ermreuth an den Hammer­werksbesitzer Schäff aus Erlangen 1858 ging auch das Schloss in bür­gerliche Hände über.

Nach dem ersten Weltkrieg hatte die Organisation "Der Stahlhelm" im Schloss ihr Domizil. Auch der Führer dieser Organisation, Luden­dorff, hat das Schloss besucht. Im 3. Reich war im Schloss eine Kreisführerschule der NSDAP untergebracht. Nach dem 2. Weltkrieg diente es der Aufnahme von Vertriebenen und Flüchtlingen und spä­ter waren ein Heimkehrerheim und ein Altersheim des Roten Kreu­zes dort untergebracht.

(Quelle: Auszug aus dem Buch "Neunkirchen am Brand - wie es früher einmal war"; Autor des Artikels: Fritz Müller)

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