
Wandern rund um Gößweinstein in der Fränkischen Schweiz

Die Fränkische Schweiz ist zu Recht als eines der schönsten Wandergebiete Deutschlands bekannt. Die abwechslungsreiche Landschaft mit tief eingeschnittenen Tälern aus deren Hängen schroffe Dolomitfelspartien ragen, ausgedehnte Jurahochflächen und jahreszeitlich gefärbte Mischwälder bieten dem Auge des Wanderers ständig neue Überraschungen. In dieser vielfältigen Landschaft finden auch seltene Tier- und Pflanzenarten einen idealen Lebensraum.
Die ganze Vielfalt der Fränkischen Schweiz lässt sich am Besten zu Fuß erleben und genießen. Im Ferienzentrum Gößweinstein-Behringersmühle stehen ihnen ca. 320 km markierte Wanderwege zur Verfügung. Natürlich führen diese Wanderwege auch immer wieder an Gastwirtschaften vorbei, die zu einer Rast mit einer deftigen Brotzeit und dem süffigen fränkischen Bier einladen. Vom Verkehrs- und Heimatverein Gößweinstein wurden in einem Wanderheft 10 Wandervorschläge zusammengestellt. Das Wanderheft ist in der Tourist-Information Gößweinstein zu einem geringen Unkostenbeitrag erhältlich.
Darüber hinaus besteht auch die Möglichkeit, an geführten Wanderungen teilzunehmen.
Informationen:
Tourist-Information Gößweinstein
Haus des Gastes
Burgstraße 6
91327 Gößweinstein
Telefon: 09242/456
Balthasar-Neumann Rundwanderweg
Der Architekt Balthasar Neumann (1667-1753) baute von 1729 bis 1743 die Basilika von Gößweinstein. Diese war nötig, weil die Wallfahrt nach Gößweinstein in dieser Zeit immer beliebter wurde. Die Basilika von Gößweinstein ist die erste Dreifaltigkeitskirche in Deutschland.
Streckenprofil:
Länge der Strecke 3 km
Dauer der Wanderung ca. 1-2h
Straße ca. 15 %
Forstwege ca. 10 %
Höhenunterschied 190 m
Der Rundwanderweg wurde anläßlich des 250.Todestages des Architekten angelegt.
Er verläuft auf Straßen und Pfaden in und um die Marktgemeinde Gößweinstein.
Dabei führt er zur Wallfahrtstätte Kreuzberg, zum Gernerfels, zur Burg Gößweinstein, zur Wagnershöhe und auf die "Fischersruh". Von all diesen Orten genießt man landschaftlich eindrucksvolle und spektakuläre Ansichten von Gößweinstein und seiner idyllischen Umgebung.
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Neuer Geologischer Rundwanderweg „Von der Fellner-Doline zur Stempfermühlquelle“
Am 01.07.2009 wurde der neue geologische Rundwanderweg mit dem Titel „Von der Fellner-Doline zur Stempfermühlquelle“ an der ersten Erklärtafel am Einstiegsschacht zur Fellner-Dolinen-Höhle nahe der Fellner-Doline am Gößweinsteiner Breitenberg von Bürgermeister Georg Lang und Initiator und Höhlenforscher Ferdinand Haselmeier im Beisein von Behörden- und Vereinsvertretern offiziell eröffnet.
Wie es in dieser Höhle aussieht, können die Wanderer auch auf zahlreichen Bildern auf den insgesamt sieben neuen Info-Tafeln entlang des neuen geologischen Rundwanderwegs sehen.
Die erste Tafel an der Fellner-Doline zeigt diese bildliche Befahrung der Höhle mit vielen farbigen Fotos.
Ausgangspunkt des 5,7 Kilometer langen Rundwanderwegs ist der Wanderparkplatz am Breitenstein an der Staatstraße zwischen Stadelhofen und Gößweinstein. 400 Meter nach der Abzweigung der Kreuzung Pottenstein-Stadelhofen liegt dieser Parkplatz auf der linken Seite. Die Strecke selbst gilt als mittelschwierig, festes Schuhwerk wird empfohlen. Die weiteren Erklärtafeln entlang des neuen Themenwegs informieren über die Zeitgeschichte der Verkarstung, die Höhlen- und Tropfsteinbildung sowie die Bildung der Tal- und Quellsysteme, die Besiedelung der Albhochfläche und die Kleinhöhle „Breitenberghöhle“. Ziel des neuen Rundwanderwegs ist es, eine Verbindung der Fellner-Doline zur Stempfermühlquelle sowie die geologischen Zusammenhänge unter Einbeziehung der zeitlichen Entwicklung darzustellen. Eine der größten Bodentrichter auf der Jurahochfläche ist die sogenannte Fellner-Doline, benannt nach der Gößweinsteiner Familie Fellner, der sie einst gehörte. Als die Gößweinsteiner Trinkwasserversorgung aus der Stempfermühlquelle, der größten Karstquelle des Frankenjura mit einer konstanten Schüttung von bis zu 700 Litern Wasser pro Sekunde, erschlossen wurde, hat die Gemeinde Gößweinstein die Fellner-Doline gekauft. Seither ist sie ein Naturdenkmal, genauso wie die Stempfermühlquelle. In einer farbig gestalteten Broschüre zum neuen Geologieweg mit einer Erstauflage von 5000 Exemplaren wird auch die Forschungsgeschichte der Fellner-Dolinen-Höhle beschrieben. Wie bereits ausführlich berichtet, war es Teufelshöhlenentdecker Dr. Hans Brand der bereits im Jahre 1899 durch Grabungen und Sprengungen am tiefsten Punkt der Doline einen Zugang zur Höhle öffnete. Heute ist der Einstig an der Stempfermühle allerdings nicht mehr möglich, da die Besitzerin der Stempfermühle inzwischen einen Keller davor gebaut hat. Dies bedauerte Haselmeier außerordentlich. Zum einen, weil der Kellerbau genehmigt wurde und zum anderen, weil die Gemeinde Gößweinstein einst die Stempfermühle verkauft hatte. Deshalb ist eine Befahrung der Höhle nur noch durch einen Schacht von oben möglich. Diesen Schacht errichtete die Forschungsgruppe Höhle und Karst mit großen Anstrengungen und viel Arbeitsaufwand im Jahre 1971. Wie Haselmeier betonte, ist die Befahrung der Höhle wegen zahlreicher Engstellen und steil abfallender Gänge nur erfahrenen Höhlenforschern zu Forschungszwecken vorbehalten. Die frühere Annahme, dass es am Grund dieses Höhlensystems wegen der enormen und dauerhaften Schüttung einen großen See geben müsste, konnte nicht bestätigt werden. „Aber einen unterirdischen Fluss gibt es zweifellos“, wie Haselmeier betonte. Dieser Fluss, so jedenfalls die Vermutung von Dieter Preu von der Forschungsgruppe Höhle und Karst Franken, wird wahrscheinlich aus der Veldensteiner Mulde gespeist. Dies wird von Preu derzeit in einer eingerichteten Forschungsstation im alten Pumphaus der ehemaligen Gößweinsteiner Wasserversorgung an der Stempfermühle untersucht. Das es von der Fellner-Doline aber eine direkte Verbindung zur Stempfermühlquelle gibt konnte Preu mit Färbeversuchen nachweisen. Sieben Stunden hat es gedauert, bis das eingefärbte Kontrastmittel wieder an der Stempfermühlquelle ausgetreten ist. Die Fellner-Dolinen-Höhle ist mit einer Länge von 884 Metern und einer Tiefe von 97,6 Metern eine der tiefsten Höhlen der Frankenalb in deren unteren Bereichen es auch schöne Tropfsteinvorkommen gibt
Info: Die Broschüre über den neuen Rundwanderweg „Von der Fellner-Doline bis zur Stempfermühlquelle“ gibt es ab sofort kostenlos bei der Gößweinsteiner Tourist-Information im Haus des Gastes.