Geschichte

 

Ein genaues Datum über die erstmalige Besiedelung oder der Name eines Gründers sind in den Annalen der Stadt nicht verzeichnet. Die erste Erwähnung des Ortsnamens Grevenberge findet man im Jahr 1172 in einer Urkunde des Abtes Ekehard vom Kloster Weißenohe, bei der als Zeuge ein -Winto de Crefenb`c- genannt wird. In weiteren Urkunden hat sich die Schreibweise über Grefenberc (1195), Grefenberg (1333) und Greffenberg (1429) bis hin zum heutigen Namen mehrfach geändert. Zunächst erhielt Gräfenberg, mit seinen damals rund 200 Einwohnern, im Jahr 1333 durch Kaiser Ludwig den Bayern das Marktrecht.
Zur Stadt erhoben wurde Gräfenberg durch einen Lehensbrief vom 23. März 1371 - gegeben zu Prag - von Kaiser Karl IV. Der Lehensbrief ist gerichtet an Gräfenbergs damaligen Herrn, den Bürger Berthold Haller zu Nürnberg. Mit dem Stadtrecht verbunden war die kaiserliche Genehmigung den Ort zu befestigen und einen Burggraben, Mauern, Türme und vier Tore zu errichten.

Bis 1520 hatten die Gräfenberger diese Arbeiten abgeschlossen. Drei Stadttore, das Gesteiger Tor, das Hiltpoltsteiner Tor und das Egloffsteiner Tor, sowie große Teile der südlichen und westlichen Stadtmauer sind bis zum heutigen Tag erhalten. Um 1170 wurde mit Ritter Wirnt von Grefenberc der bedeutendste Sohn der Stadt geboren. Er war Minnesänger und Verfasser des Heldenepos Wigalois, der Ritter mit dem Rade. In 11.700 mittelhochdeutschen Versen wird die abenteuerliche Suche eines jungen Ritters nach seinem Vater erzählt, den er schließlich am Hofe von König Artus findet. Vom 12. bis ins 14. Jahrhundert hinein war die Stadt im Besitz der Herren von Gräfenberg, zu denen auch der Ritter Wirnt zählte. Diese Herren von Gräfenberg traten dann in den Bürgerstand der nahen Reichsstadt Nürnberg über.

Dabei änderten sie auch ihren Namen -von Gräfenberg- in den bürgerlichen Namen Graf und begründeten damit den Nürnberger Familiennamen Graf. Der wohl bedeutendste Vertreter dieser Familie war Chunrat Graf, eine angesehene Persönlichkeit, die bei Burggraf Friedrich von Nürnberg oft als Zeuge bei Beurkundungen herangezogen wurde. Chunrat Graf, der seiner Heimatstadt stets die Treue hielt, war es auch, der für Gräfenberg das Marktrecht erwarb. Sein Schwiegersohn und Erbe Berthold Haller übergab den Markt als Lehen an Kaiser Karl IV. von Böhmen und erhielt dafür das Stadtrecht. Die Familie der Haller waren angesehene Nürnberger Patrizier und haben sich bis zum Ende des 15. Jahrhunderts als verdienstvolle Herren von Gräfenberg erwiesen.
Vom frühen 16. Jahrhundert an kam Gräfenberg dann durch Kauf Zug um Zug in den Besitz der Reichsstadt Nürnberg.

Die Nürnberger richteten in Gräfenberg das damals jüngste ihrer 11 Pflegämter im Schloss an der Kirche ein. Namhafte Nürnberger Patrizierfamilien, wie von Haller, von Geuder, von Löffelholz, von Imhof oder Kreß von Kreßenstein, stellten den jeweiligen Pfleger. Diese Ära endete schließlich am 15. September 1806 mit der Eingliederung der freien Reichsstadt Nürnberg und der Stadt Gräfenberg in das Königreich Bayern durch Napoleon. Die jahrhundertelange enge Verflechtung beider Städte wurde damit unterbrochen. Mit der Eröffnung der Bahnlinie Gräfenberg – Nürnberg 1908 wurde aber eine neue Verbindung geschaffen. Das Gräfenberger Schloss war ab dem Jahre 1808 Sitz eines Landgerichts und von 1862 bis 1932 Amtsgericht. Heute ist es das Amtsgebäude der Verwaltungsgemeinschaft Gräfenberg.

Kriege, Besetzungen, Plünderungen, Stadtbrände, Seuchen und Naturkatastrophen blieben der Stadt und ihren Bürgern im Verlauf der Jahrhunderte nicht erspart. Am 4. Juni 1567 wurde die Stadt von der größten Brandkatastrophe ihrer Geschichte heimgesucht. Ausgelöst durch die Unachtsamkeit eines Stallknechts, der einen brennenden Kienspan an einer hölzernen Säule stecken ließ, ging das Städtchen in Flammen auf. Dem Feuer, das an einem Mittwochabend um 9 Uhr ausbrach, fielen insgesamt 58 Häuser zum Opfer. Bereits am 13. Juni fasste der Rat der Stadt Nürnberg die notwendigen Beschlüsse zur Einleitung der Hilfsmaßnahmen für das Gräfenberger Pflegamt und erarbeitete sogar eine eigene Bauordnung für den Wiederaufbau der Gräfenberger Häuser. Auch vom Dreißigjährigen Krieg wurde Gräfenberg nicht verschont.

632 war das Jahr der schlimmsten Plünderungen und Zerstörungen. Ein großes Unglück mit sieben Toten und vielen Verletzten brachte ein im Jahre 1778 niedergegangenes Gewitter, das von einem geradezu entsetzlichen Wolkenbruch begleitet war. Der Sturm brach am 2. Pfingstfeiertag, dem 8. Juni abends nach sieben Uhr aus und kam aus Richtung Erlangen. Die Verheerungen, die er in und bei dem Städtchen an Feldern und Gebäuden anrichtete, waren fürchterlich und gaben sogar Veranlassung zur Herausgabe eines Albums, in dem das Ereignis in Wort und Bild dargestellt wurde. Dieses Werk ist in Nürnberg erschienen und trägt den Titel: Abbildung der vorzüglichsten Ruinen, welche ein am 8. Junius 1778 Abends zwischen acht und neun Uhr zu Gräfenberg niedergegangener Wolkenbruch in dasiger Vorstadt veranlaßte.

In der Folge der napoleonischen Kriege und politischen Umwälzungen wurde das Pflegamt Gräfenberg mit seinen 1.200 Einwohnern 1806 dem Königreich Bayern einverleibt. 60 Jahre später rückte die Stadt wieder einmal in den Blickpunkt kriegerischer und politischer Auseinandersetzungen. Der Großherzog von Mecklenburg, einer der preußischen Heerführer, verlegte im Zuge der Kampfhandlungen während des deutschen Bruderkrieges sein Hauptquartier in das Hotel Alte Post nach Gräfenberg. Die bayerischen Truppen waren bestrebt, im Verband des österreichischen Heeres, die Preisgabe fränkischen Gebietes auf ein Minimum zu beschränken. Sie ließen durch Oberst Roth am 30. und 31. Juli 1866 im Hauptquartier der Preußen einen Waffenstillstand aushandeln, der mit die Grundlage für die Beendigung des innerdeutschen Bruderzwistes bildete.

Das Gemälde an der Fassade des Hotels Alte Post erinnert noch heute an dieses denkwürdige Ereignis in Gräfenbergs Mauern. Der deutsch-französische Krieg von 1870/71, der erste Weltkrieg von 1914 bis 1918 und der zweite Weltkrieg von 1939 bis 1945 haben in Gräfenberg zwar relativ wenig materielle Schäden angerichtet, bei vielen Familien aber unsägliches Leid hinterlassen. Gräfenberg gehört heute dem oberfränkischen Landkreis Forchheim an. Als aufstrebendes Zentrum im Forchheimer Oberland mit einem Einzugsbereich von rund 20.000 Einwohnern sieht die Stadt ihre Zukunft vor allem im Ausbau ihrer wirtschaftlichen Strukturen und der Sicherung der vorhandenen sowie der Schaffung neuer Arbeitsplätze.

Die Geschichte der Stadtteile

Neben dem Zentralort Gräfenberg gehören zur Stadt Gräfenberg noch weitere 13 Stadtteile wie zu Beispiel Thuisbrunn, Hohenschwärz, Haidhof, Höfles, Neusles, Dörnhof u.a.

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