Stadtspaziergang

1. Historisches Rathaus und Marktplatz
Den Hinweisschildern Stadtspaziergang folgend beginnen wir unseren Rundgang am historischen Rathaus, das um 1347 errichtet wurde und mitten auf dem lang gestreckten Straßenmarkt der Stadt steht. Früher diente es einmal als Verkaufshalle für Brot- und Fleischwaren, als Tanzboden, als Gefängnis, zur Unterbringung der Feuerlöschgeräte, als Postamt und später bezog es sogar die Sparkasse. Das Stadtwappen am Rathaus zeigt den brandenburgischen roten Adler und das schwarz-weiß geteilte Rechteck der Hohenzollern. Der goldene Fisch über silbernen Wellen ist das Symbol für den Fischfang vergangener Zeiten.
Gehen wir nun kurz an die Westseite des Rathauses.
Oben am Giebel befindet sich ein Wappenstein mit der Jahreszahl 1544. Hierfür gibt es folgende Erklärung: Die so genannte Neustadt, in der wir uns jetzt befinden, schützte man einst mit zwei Toren - im Westen mit dem Nürnberger Tor und im Osten mit dem Bayreuther Tor. Da die Tore sehr eng waren und beim Transport mehrmals Waren beschädigt wurden, entschloss man sich aufgrund der Proteste der Händler, die Tore abzureißen. Einen Stein aus dem Bayreuther Tor mauerte man hier an der Westseite des Rathauses als Erinnerung ein. Bevor wir den Marktplatz verlassen, werfen wir noch einen Blick auf den ältesten Gasthof der Stadt: Das Weiße Lamm aus dem Jahr 1674.


2. St. Bartholomäuskirche
Wir verlassen nun den Marktplatz und gehen die Gasse neben dem Gasthof Ratsstube weiter. Auf Pflastersteinen geht es leicht bergab bis zur Rosengasse, wobei wir hier nicht die zierlichen Giebelhäuser übersehen sollten. In der Rosengasse angekommen geht's nun in Richtung St. Bartholomäuskirche, jedoch nur bis zu den Häusern Nr. 29 und 31. Auf dem schmalen Weg zwischen den beiden hindurch gehen wir immer bergab. Wir überqueren den Stadtgraben und kommen nun zum hölzernen Steg über die Pegnitz. Drüben angekommen wenden wir uns rechts flussaufwärts und wandern die Birkenallee, den so genannten Wiesweiher, entlang. lm 16.lahrhundert hatte man neben der Stadtmauer und den beiden Stadttoren als weiteren Schutz um die Stadt einen sog. Weiherdamm an der heutigen Schlossstraße errichtet. Dieser Damm erlaubte es bei Kriegsgefahr die Wiesen um die Stadt in einen Weiher zu verwandeln - daher der Name Wiesweiher. Die Stadt selbst ragte dann wie eine Insel hervor.
Am Parkplatz vor dem Hallenbad sehen wir vor uns rechts die St. Bartholomäuskirche die uns mit dem Chor, dem Glocken- und dem Treppenturm ihre schönste Seite zuwendet. Das Gotteshaus ist schon der dritte Kirchenbau an dieser Stelle. Der früheste ist am Bartholomäustag 1533 eingeweiht worden und soll der erste evangelische Kirchenneubau nach der Reformation in der Fränkischen Schweiz gewesen sein. Schon knapp 150 Jahre später aber war er so baufällig, dass die Pegnitzer ihn abtragen mussten und 1688 durch eine Barockkirche ersetzten. An diesen Bau erinnert in der heutigen Kirche, die 1900 eingeweiht wurde, noch der Altar und die Kanzel. Werfen wir einen Blick nach links, so sehen wir eine weitere, etwas kleinere Kirche ein katholisches Gotteshaus. Nach der Einführung der Reformation hatte Pegnitz bis zum Jahr 1899 keine katholische Kirche. Die Grundsteinlegung der ersten katholischen Kirche - Mariä Namen - erfolgte am 4. Juli 1926.

3. Zaußenmühle - Pegnitzquelle
Wir folgen weiter den Schildern Stadtspaziergang, vorbei an der Grundschule. Bevor wir wieder zum historischen Rathaus gelangen, biegen wir links in die Brauhausgasse ein, die wie vorhin schon die Rosengasse, parallel zur Hauptstraße (Marktplatz) verläuft. Hieraus kann man schließen, dass der Stadtmittelpunkt einst planmäßig angelegt worden war und nicht zufällig gewachsen ist. Wir verlassen die Brauhausgasse dem Schild folgend auf dem Fußweg, der nach links abzweigt. Ein Steg bringt uns über den Bach Fichtenohe, die wenig später in die Pegnitz mündet. Nach der Brücke wenden wir uns nach links und überqueren an der Fußgängerampel die Bayreuther Straße. Links liegt nun ein schöner Fachwerkbau: die ehemalige Zaußenmühle, heute ein Weinlokal. Ihren Namen trägt sie vom ersten Besitzer Hans Zauß, der sie um 1450 gebaut hat. Nach dem 30-jährigen Krieg war sie jahrzehntelang eine Ruine, bis Hans Dennerlein sie 1710 wieder aufgebaut hat. Letzter Mühlenbesitzer war der Rotgerber Johann Jakob Wagner. Er hat sie kurz vor seinem Tod der Stadt vererbt. Diese hat sie 1976 renoviert und verpachtet. Hinter der ehemaligen Mühle entspringt die Pegnitz, die der Stadt ihren Namen gab. Wir betrachten uns die Quelle etwas genauer. Sie ist eine typische Karstquelle und in früheren Zeiten, noch um die Jahrhundertwende, war ihre Schüttung so stark, dass die Zaußenmühle betrieben werden konnte.

4. Schlossberg und Aussichtsturm
Unseren Spaziergang setzen wir in Richtung Schlossberg fort. Oben am Parkplatz angelangt, gehen wir weiter den Berg hinauf zum Aussichtsturm. Den Schlossberg krönte einst eine Burg, die nach ihrem Gründer, dem König von Böhmen, Böheimstein genannt wurde. 1358 ist sie zum ersten Mal urkundlich erwähnt worden. Bereits 1553 wurde die Burg von den Nürnbergern völlig zerstört. Nur der Burggraben ist noch gut zu erkennen. 1923 errichtete man auf der Spitze des Schlossberges den ersten Aussichtsturm. Über 97 Stufen steigen wir den Turm hinauf - ein herrlicher Ausblick lohnt die Mühen.
Wir treten nun den Rückweg an. Gut 30 Meter vom Fuß des Aussichtsturms entfernt nehmen wir den Pfad, der auf dem Wall des einstigen Burggrabens verläuft. Auf ihm umrunden wir einmal den Turm. Danach überqueren wir den Weg und wandern auf der anderen Seite auf dem Pfad weiter, der uns nun immer bergab führt. Ständig am Hang entlang gehend, erreichen wir nach ca. 300 m Fußweg die Festwiese. Hier finden in den Sommermonaten verschiedene Veranstaltungen statt. Außerdem lädt an schönen Sommertagen ein Biergarten zum Brotzeitmachen ein.
Nachdem wir den Festplatz überquert haben, taucht langsam die Altstadt wieder auf. Bald genießen wir einen freien Blick hinunter und können erkennen, wie einst in dem von den Flüssen Fichtenohe und Pegnitz gebildeten Bogen der Ort Pegnitz entstanden ist: rechts und links
zwei Häuserzeilen, mittendrin der Markt und außen herum die Rosengasse und die Brauhausgasse.
Wir gehen weiter die Stufen hinab und unten an der Ampel in der Bayreuther Straße endet unser Spaziergang.

(Quelle: Frau Bullinger Tourist-Information Stadt Pegnitz)

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