Scharfrichtermuseum Pottenstein


Die Pottensteiner Erlebnismeile und die gesamte Ferienregion Fränkische Schweiz sind um eine besondere und skurrile Tourismusattraktion reicher. Denn am 22. Juli eröffnete Helmut Lautner sein in Oberfranken einzigartiges Scharfrichtermuseum in der Pottensteiner Hauptstraße gleich neben der Stadtpfarrkirche St. Bartholomäus. Es finden sich nun in insgesamt fünf Museumsräumen weit über 100 Ausstellungsstücke von der voll funktionsfähigen Guillotine über die verschiedensten Folter- und Mordwerkzeuge bis hin zur ebenfalls funktionierenden Streckbank und dem Kerker.

Etwas Vergleichbares gibt es in Franken nur noch in Rothenburg ob der Tauber im dortigen Kriminalmuseum. Derzeit wird überlegt, wie psychologische Experimente in die Ausstellung mit integriert werden können. Jahrelang wurden Folterinstrumente aus der ganzen Welt gesammelt. Auch aus Amerika oder England sind Stücke dabei, die alle voll funktionsfähig sind und teilweise sehr schwer beschaffbar waren. Der Besucher taucht so in das düsterste Kapitel der Rechtssprechung des Mittelalters und der frühen Neuzeit ein. Er macht „Bekanntschaft“ mit dem Henker, mit Themen wie der peinlichen Befragung, der Angst vor dem Untoten oder der Guillotine. Oder er findet heraus, wozu man die Hand eines Gehenkten brauchte, was man unter einer „spanischen Spinne“ versteht oder was es bedeutete, wenn der Scharfrichter „butzte“. Beim Anblick von Daumenschrauben, Richtschwertern, Schandmasken oder eines mittelalterlichen Lochgefängnisses erfährt der Besucher in den Beschreibungen daneben aber auch etwas über die Schicksale und Namen der damit gequälten. Er erfährt zum Beispiel, was es mit der Hinrichtung des bekanntesten deutschen Wehrwolfs auf sich hatte oder wie das Skelett des englischen Serienmörders William Burke in das Museum kam. Das Skelett ist zwar echt, das Original befindet sich aber im Edinburgh University Museum. Oder zu sehen auch die Geschichte des berühmten Seeräubers Klaus Störtebecker der durch einen Scharfrichter namens Meister Rosenfeld im Jahre 1401 enthauptet wurde. Oder das Gefängnisse im Mittelalter ein Ort des Grauens waren in denen ein langer Aufenthalt einer Todesstrafe auf Zeit gleich kam.
 
Info:

Das Scharfrichtermuseum Pottenstein hat täglich außer Montag von 10 bis 12 Uhr und von 13 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt für Erwachsene kostet 3,80 Euro, Kinder unter 12 Jahren haben nur in Ausnahmefällen zutritt.

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