Geschichte

Geschichte und Chronik der ehemaligen Districtgemeinde Püttlach

Ein kurzer Abriss über die geschichtlichen Eckdaten der ehemaligen Gemeinde Püttlach
Nach urkundlichen Quellen bearbeitet von
Norbert Landsherr

Da überall in der Fränkischen Schweiz die Menschen schon in der Steinzeit siedelten oder sich als Jäger und Nomaden herumtrieben, ist anzunehmen, dass auch unser schönes Tal  in jener Zeit bewohnt war. Denn unser Püttlachtal, das zu den großartigsten Felsentälern der Frankenalb gerechnet wird, war in grauer Vorzeit sicher wegen des klaren Wassers und wegen seiner guten Bewohnbarkeit in Höhlen und unter Felsdächern beliebt gewesen.

Die ersten nachweisbaren Spuren der früheren Bewohner unseres Heimatortes und seiner Umgebung finden sich in der Kulturepoche der Hallstattzeit zwischen  800 bis 500 vor Chr.  also vor circa 2700 Jahren.

Im Katalog der Geländedenkmäler Oberfrankens von Schwarz, finden sich Hinweise auf zwei vorgeschichtliche Grabhügel in der Flur Selig  (auch Sälig) genannt, 1400 m südöstlich der Ortschaft Püttlach (Plannummer 1304 bis 1309 der Gemarkung Püttlach). In den Jahren 1876 und 1877, also vor rund 120 Jahren wurden dort von H. Hösch aus Berlin, Ausgrabungen durchgeführt und die Fundstücke in das Kulturhistorische Museum nach Berlin verbracht.

Bedauerlicherweise fehlen bis heute zeitlich entsprechende Funde der eigentlichen Siedlungen, denn die Grabhügelfelder sind ja nur ein Ausdruck des damals vorherrschenden Totenkultes, der wahrscheinlich in der Umgebung siedelnden Menschen. Anders sind solch umfangreichen Gräberfelder auch nicht zu erklären, die Siedlungsplätze selbst haben keinerlei Spuren hinterlassen, und so ist man auf Mutmaßungen, was deren Größe und Lage anbelangt, angewiesen. Die einzigen Zeugen der Geschichte sind die Gräber. Möglicherweise befinden sich in Püttlacher Flur noch mehr Hügelgräber wie im Sälig. Das Wort Sälig übrigens ist althochdeutsch und bedeutet soviel wie glücklich und gesegnet, also im überlieferten Sinn soviel wie "gesegneter oder heiliger Boden". So hat sich im Sprachgebrauch bei der hier lebenden Bevölkerung die Überlieferung über mehr als Zweitausend Jahre erhalten, dass dies heiliger Boden ist, ohne dass überhaupt noch jemand wusste, dass sich dort oben auf dem Berg Gräber befinden.

Niemand kann heute genau sagen, wann Püttlach entstanden ist, jedoch gibt der Ortsname "Püttlach" den Sprachforschern Aufschluss über die Zeit der Ortgründung. Der Name Püttlach ist zusammengesetzt aus den mittelhochdeutschen Wörtern putte (auch pütte, putze, phütze), was soviel bedeutet wie Brunnen oder Quellpfütze, und dem slawischen lache, lach gleichbedeutend mit Lache oder Pfütze. So bedeutet Püttlach nichts anderes als "Brunnenpfütze, Brunntümpel, Pfützlache".

Eine andere Ableitung des Bach bzw. Ortsnamens ist auch von dem alten germanischen Wort but-delen-aha möglich, was soviel bedeutet wie, das Bachwasser, das im verbutteten, verknorzten Wald entspringt.

Die erste urkundliche Erwähnung von Püttlach findet sich nach Dr. Gustav Voit (Der Adel am Obermain) in den Jahren 1184, 1187 und 1194 in Urkunden des Klosters Michelfeld. Dort wird ein bambergischer Ministeriale (d.h. ein ritterlicher Dienstmann) mit Namen Otto von Püttlach genannt. Dieser ist in den Urkunden jeweils mit unterschiedlicher Schreibweise seines Namens erwähnt, nämlich im Jahre 1184 als Otto de Buotelahe, im Jahre 1187 als Otto de Putela  und im Jahre 1194 als Otto de Puetela. Dieser Otto von Püttlach hatte der Überlieferung zu Folge seinen Amtssitz auf dem sogenannten Burgstössl, einem Hügel am westlichen Ortsrand. Das Geschlecht derer von Püttlach wird leider nach dem Jahre 1194 nicht mehr erwähnt, und ist wahrscheinlich in den Jahren danach erloschen.

Laut Bamberger Rechtsbuch von 1348 sind auch die Vesten Obern- und Nydern-  Tuchersfeld genannt, diese Burgen wurden Anfang des 14. Jahrhunderts zum Sitz eines bambergischen Amtes, welches auch Buotelach = Püttlach und Munreichsperg = Hohenmirsberg umfasste und sich bis Hintergereuth und Hinterkleebach, wo heute noch die Grünbergwiesen zu finden sind, erstreckte.

Jedoch finden sich auch noch in späterer Zeit einige interessante urkundliche Erwähnungen. So bekundete Bischof Albrecht am 14.Mai 1399, dass er mit Zustimmung des Dompropstes Johannes und des Friedrich Zolners Schulmeister an eines Dechant statt und des ganzen Kapitels dem Heinrich Großen zu Trockau verleiht als Erbeburggut einen Hof zu Putlach mit Zugehörungen.

Im Jahre 1430 fiel das Hussitenheer aus Böhmen kommend in unserer Heimat ein und im Februar lag die hussitische Wagenburg bei Hollfeld, dann setzte sie sich wieder in Bewegung und zog das Wiesenttal hinab über Waischenfeld, das wohl schon einige Tage vorher bereits durch die reisigen gezuge der Hussiten in Mitleidenschaft gezogen war. Auf ihrem Weg  nach Westen wurde auch die Burg in Trockau zerstört, durch das Püttlachtal ging der Zug weiter in südöstlicher Richtung nach Pottenstein. Der Überlieferung zufolge soll dort die Bevölkerung durch das Läuten der Glocke in der Kunigunden-Kapelle am Dienstag nach Septuagesima also am 07.Februar 1430 auf die herannahende Gefahr aufmerksam gemacht worden sein und sich eiligst in die Burg geflüchtet haben, die Stadt Pottenstein wurde eingeäschert. Anhand der Wegbeschreibung des hussitischen Heeres, sieht man, dass die Hussiten unweigerlich durch unser Püttlachtal gezogen sein müssen.

Nach einer Übersicht der Güter und Einkünfte des Klosters Michelfeld vom 7.Oktober 1439, besaß das Kloster Michelfeld damals den Zehnten an einem Gütlein in Püttlach. Zu diesem Gütlein kamen am 31.Mai 1493 noch drei weitere Güter dortselbst mit allen Rechten und Zugehörungen, die Jobst von Egloffstein aus  Not um 125 Gulden ans Kloster verkauft hat.

Möglicherweise war dieser Jobst von Egloffstein der Namensgeber für den nördlich von Püttlach gelegenen "Egloffsteiner Weiher".

In den Püttlacher Akten im Staatsarchiv in Bamberg wird am 2.Dezember 1455 der Verkauf eines Zehnts und eines Hauses an einen Jobst Grellner oder Gellner wohnhaft zu Buttlach daselbst erwähnt.

Auch durch den ersten Markgrafenkrieg 1449/50 wurde unsere Gegend aufs Schwerste betroffen, da es sich in erster Linie um einen Vernichtungskrieg, der sich gegen Untertanen und Ortschaften richtete, handelte. Nach einem vorübergehenden Waffenstillstand vom 7.Dezember 1461 bis 23.April 1462 kam es erneut zu schweren Verwüstungen in unserem Bezirk, 1462 fiel Creußen in die Hände des Gegners und weitere 100 Dörfer sanken abermals in Schutt und Asche.

Zur Vergeltung verbrannte der Marschall des Markgrafen Kunz von Lüchau eine Anzahl bambergischer Orte, unter ihnen auch den Ort Püttlach am 10.August 1462.

In der Gründungsurkunde der Pfarrgemeinde und Kirche in Hohenmirsberg (Confirmatio Parrochialis et Ecclesie in Hohenmürsberg) vom 5.Februar 1472 werden für Püttlach insgesamt sechs Bauern namentlich genannt, nämlich: Ullinus Weber, Cunradus Grabenpawer, Cunradus Jeger, Heinricus Prentell, Fridericus Pawer und Nicolaus Newpawer.

In früherer Zeit kam es immer wieder zu Grenzstreitigkeiten um Püttlach, so kam auf Betreiben des Bischofs Christoph am 15.Februar 1541 folgender Vergleich zustande, in dem man übereinkam, dass Heidmühl und Hinterkleebach den Markgrafen, dagegen Püttlach, Trockau, Vorderkleebach, Hollenberg, Hauenstein und Käßbrunn der Pfalz gehören. Doch bereits im Jahre 1604 gab es Anfechtungen der Grenze mit der Oberpfalz und zwar namentlich mit dem Amte Hollenberg. Pfälzischerseits behauptete man, dass die Püttlach von Unterhauenstein an nordwärts bis Püttlach als Grenze und auch Bullendorf und Vorderkleebach als in pfälzischer Fraisch gelegen.
Vergebens beschwerte sich Bamberg seit 1655 auch immer wieder, dass die ins Pflegamt Pottenstein gehörigen Untertanen zu Kosbrunn, Bodendorf, Püttlach und Vorderkleebach von der Pfalz zur Musterung gezogen wurden.

Die Groß von Trockau erhielten im Jahre 1558 eine Selde (Kleingut) in der Sutten und die Untermühle zu Püttlach zu Lehen, die Untermühle war im dem Ortsteil Püttlachs, der heute noch die "Alte Mühle" genannt wird. In der bambergischen Urkunde vom 7.März 1558 heißt es; ...erhalten die Groß einen Weiher oberhalb von Püttlach, Egloffsteiner Weiher genannt, ein Gütlein mit zweieinhalb Tagwerk, eine Hammerstatt bei Püttlach ob dem Dorf und eine Mühle, die darauf gebaut ist, die obere Mühle genannt und das Fischwasser ob und unter der Mühle, und ein Drittel an der unteren Mühle...

Die eben genannte Hammerstatt befand sich oberhalb der Ortschaft im heute sogenannten Flurbereich Hammer. Noch im Jahre 1795 hatten die Groß von Trockau Lehensrechte darüber.

Die Schrecken des 30 jährigen Krieges erreichten unsere Gegend erst im Juli 1622, als Sächsische Reiter in unserer Gegend einfielen und viele Räubereien verübten. Unter anderem wurden insgesamt 122 Pferde gestohlen,  nämlich in Mandlau von Hans Theil, Hans Lodes und Hans Schmitt; in Trägweis, Prüllsbirkig und Hohenmirsberg eins von Leonhard Schmitt.

In den Jahren darauf war es im Bereich Pottenstein, bis auf vereinzelte Durchzüge kleinerer Reiterhorden, etwas ruhiger, bis der Krieg im Jahre 1631 wieder eskalierte. Im Juli 1631 zog der Freibeuteroberst Schlammersdorf mit mehr als 1000 Reitern durch unsere Landschaft. So kamen nach mehreren Überfällen, Bewohner von Prüllsbirkig und Mandlau, Elbersberg und Kosbrunn, sowie  pfälzische Untertanen von Büchenbach und Körbeldorf nach Pottenstein....und berichteten, wie eine große Anzahl Reiter sie überfallen, mit Gewalt ausgeplündert Kisten und Kasten aufgehauen, das Hausgeräte mitgenommen, das Übrige zerschlagen und den Bamberger Unterthanen 26, den pfälzischen 48 Pferde hinweggeführt hätte...

In der Nacht zum 8.Januar 1632 wurde die Mühle von Hauenstein (südlich des heutigen Oberhauenstein) von schwedischen Reitern überfallen und ausgeraubt und einige Monate später im Juni 1632 schwärmten schwedische Reiter in der Umgebung aus, unter anderen Schändlichkeiten wurden von ihnen die Bauern Goldfuß und Lodes von Mandlau erschossen.

Die Schwedischen Truppen lagen zu dieser Zeit in Bayreuth unter dem Kommando von Oberstleutnant Reinhold von Rosen und unternahmen von Bayreuth und Creußen aus weite Plünderungszüge in das Gebiet der Oberpfalz und über den östlichen Höhenzug der fränkischen Schweiz in das Gebiet des Bischofs von Bamberg, wie die oben genannten Vorfälle belegen.

Um ein weiteres Vordringen der Schweden zu verhindern, nahm am 06.März 1632 der kurbayerische Feldherr Graf Tilly mit 1500 Mann in Pottenstein, namentlich in Waidmannsgesees, Rackersberg und Hohenmirsberg Quartier. Die Artillerie der Kaiserlichen stand in Etzdorf. Somit war der westliche Höhenzug der Fränkischen Schweiz fest in der Hand der Reichstruppen. Sieht man nun die Stellungen der bayerischen Truppen Tillys und die Einsatzorte der  Schweden  in  Büchenbach, Hauenstein und Mandlau, so drängt sich die Vermutung auf, dass das Püttlachtal die Frontlinie bildete. Diese Vermutung wird auch dadurch bestätigt, dass in Püttlach alte Flurnamen wie der Schwedengraben und die Schanz existieren.

Die Püttlach war über Jahrhunderte hinweg immer Grenzbach, zuletzt zwischen der Churpfalz und dem Bistum Bamberg. Noch Johann Baptist Roppelt schreibt im Jahre 1801, ...in Püttlach sind die Unterthanen vermischt. Churpfalz macht das halbe Dorf jenseits des Wassers, des Territoriums gegen dem Hochstift Bamberg streitig. Die Geistlichkeit gehört halb den Pfarren Hohenmirsberg, halb Büchenbach und macht die Püttlach die beiderseitige Grenze. Das Gemeindehirtenhaus, 16 andere Häuser, Städel und eine Hofstatt, sind dem Amte Bodenstein steuer- und vogteibar, auch sind Groß von Trockauische Unterthanen hier.

Das Dorf Püttlach war also über Jahrhunderte ein geteiltes Dorf, dies änderte sich erst nach dem Reichsdeputationsausschuss im Jahre 1803 und in der Folgezeit als das Königreich Bayern ausgerufen wurde, der Churfürst Maximilian von der Pfalz erster König von Bayern wurde und zu dieser Zeit Franken an Bayern fiel.

In einem Antrag des Büchenbacher Gastwirtes Wilhelm Herold, ein eigenes Brauhaus errichten zu dürfen, vom 24.März 1847 verwies er darauf, dass sich in den Ortschaften Kaltental, Buchau, Körbeldorf, Leups und Püttlach bereits konzessionierte Wirte befänden, die zur Zeit das Bier über eine Entfernung von sechs bis sieben Stunden aus St.Johannis bei Bayreuth bezögen.

In den Aufzeichnungen aller wichtigsten Ereignisse und Vorfälle in der Distriktgemeinde Püttlach ist erwähnt, dass am 21.September 1862 , abends um halbzehn im Anwesen des Bauern Johann Persau (Hs.-Nr. 35 Bergschneider) ein Feuer ausbrach, welches obgleich von Seiten der Dorfbewohner und der benachbarten Ortschaften genug Hilfe vorhanden war, schnell um sich griff. Es brannte das gesamte Anwesen des Bauern Persau und dazu noch die Scheune des Bauern Johann Schmitt (Hs.-Nr. 32 Kraußer) nieder. Einige Tage nach dem Brandunglück sind auch die Ehefrau und der 26-jährige Sohn Georg des Bauern Persau an ihren schweren Brandverletzungen gestorben.

Dieses schwerwiegende Ereignis dürfte wohl der Anlass gewesen sein, dass bereits im Jahre 1876 unter Bürgermeister Stephan Herzing  (Hs.-Nr. 24 dem damaligen Wirt), eine Feuerlöschmaschine, so die Aufzeichnungen, gekauft wurde und eine Feuerleiter angefertigt wurde. Am 4.Januar 1885 erfolgte die Gründung der Feuerwehr Püttlach.

In den Jahren 1880 bis 1883 war das alte "Hirtenhaus" (Püttlach 3) baufällig geworden und außerdem benötigte man eine Unterstellmöglichkeit für die neue Feuerlöschmaschine und so entschloss man sich zum Bau des neuen Gemeindehauses (Püttlach 39) durch den Maurermeister Reh aus Trockau mit Nebenraum für die "Feuerlöschmaschine" (Baukosten 2500 Mark).

Erst ab dem Jahre 1939 gab es elektrisches Licht  in Püttlach, den ersten Traktor in Püttlach hatte der "Booch Michel" im Jahre 1946 erstanden und das erste Auto in Püttlach besaß ab 1950 der "Schmied".

Püttlach hat eine äußert wechselvolle Vergangenheit hinter sich. Aus alten Urkunden ist zu ersehen, dass der Ort zeitweise bis zu drei Lehens- bzw. Landesherren untertan war. Der östlich des Bachufers gelegene Teil gehörte zur oberen Pfalz, während der Westliche zum Hochstift Bamberg zählte. Auch hatten die Groß von Trockau Gründe und Anwesen in Püttlach.

Unser Dorf war also über Jahrhunderte hinweg ein geteiltes Dorf, sowohl weltlich als auch kirchlich gesehen. Die Ortschaft war halb der Pfarrei Sankt Martin in Hohenmirsberg, halb der Pfarrei Sankt Vitus in Büchenbach zugehörig.

Dies dürfte auch der Grund gewesen sein, dass das Dorf bis in des 20.Jahrhundert hinein keine eigene Kirche oder Kapelle hatte. Man konnte sich schlichtweg nicht einigen auf welche Seite des Baches eine Kapelle zu bauen sei. Mehrfach versuchten die Püttlacher eine Umpfarrung und den Bau einer Kapelle zu erreichen. Der Wunsch ein eigenes Gotteshaus zu besitzen geht fast 150 Jahre zurück. Vor 120 Jahren waren sogar schon einmal die Steine hierzu angefahren. Zweimal ging das von der fleißigen Gemeinde Püttlach mühsam zusammengetragene Kapital durch Geldentwertungen verloren.

Im Jahre 1935 stellten die 13 Püttlacher Haushaltungen die auf Büchenbacher Seite lagen Antrag auf Auspfarrung, dies scheiterte jedoch damals an der von der Pfarrei Büchenbach geforderten Ablösegebühr. Im Jahr 1950 nun endlich erfolgte die Umpfarrung von Püttlach, linke Flussseite aus der Pfarrei Büchenbach in die Pfarrei Hohenmirsberg und so wurde in den Jahren 1950/51 unter großen Mühen in Eigenleitung der Püttlacher Bürger die Laurentiuskapelle in Püttlach erbaut. Die Einweihung fand am 10.August 1951 statt.

In der Folgezeit gab es noch ein herausragendes Ereignis, nämlich die Planungen zum Bau eines Stausees, oberhalb von Püttlach.
Hierzu gab es 1969/1970 eine Initiative des damaligen Landkreises Pegnitz zum Bau eines Stausees im oberen Püttlachtal. Und so erfolgte nach der Eingemeindung von Püttlach in die Großgemeinde Pottenstein, am 20.11.1972 Antrag der Stadt Pottenstein das Projekt "Püttlachspeicher" auf die Tagesordnung des Landkreises Bayreuth zu setzen.

Im Frühjahr 1978 erfolgte die Gründung des Zweckverbandes Püttlachstausee und am 26.02.1979 wurde das Raumordnungsverfahren eingeleitet. Am 18.12.1980 erging Antrag an das Wasserwirtschaftsamt Bayreuth für Planung und Vorentwurf des "Püttlachspeichers". Im Juli 1981 fand die vorläufig letzte Sitzung des Zweckverbandes, nach Auseinandersetzung mit dem Gutachten der Technischen Universität Berlin, statt. Eine Folge davon war, die Pläne verschwanden in einer Schublade. Jedoch stellte die SPD-Fraktion des Kreistages am 31.10.1986 Antrag im südlichen Landkreis nach einem möglichen Standort für einen Speicher- oder Freizeitsee zu suchen.

Und so fand am 12.08.1987 eine Bürgerinformationsveranstaltung des Zweckverbandes Püttlachstausee in Püttlach statt. Darauf folgte eine Informationsveranstaltung des BUND Naturschutz am 25.08.1987 und eine Informationsfahrt zu Oberpfälzer Seen am 18.09.1987.

Am 19.10.1987 war der Beginn der Probebohrungen und am 06.11.1987 beschloss der Bezirkstag einen Etat von DM 135.000.- für die Vorarbeiten und Probebohrungen. Daraufhin wurde von den Püttlacher Bürgern am 21.11.1987 die Satzung und Vereinsgründung der Schutzgemeinschaft Püttlach beschlossen (eine Eintragung im Vereinsregister erfolgte nicht mehr). Am 21.12.1987 kam es zu einem Gespräch der Vorstandschaft der Schutzgemeinschaft Püttlach im Bayreuther Landratsamt mit Landrat Dr. Dietel, mit einer Vorstellung des Geländemodells für den Püttlachspeicher.

Aufgrund regionaler und überregionaler Proteste kam es am 14.03.1988 zu einem Lokaltermin mit einem Ausschuss des bayerischen Landtages in Püttlach. Das bayerische Umweltministerium äußert sich erstmals am 09.06.1988 kritisch zu dem Projekt "Püttlachspeicher". Und in der Folge kam am 22.07.1988 nach Mitteilung des bayerischen Staatsministeriums des Innern, kann trotz uneingeschränkter Anerkennung der Notwendigkeit des Püttlachspeichers für die angemessene Hochwasserfreilegung von Pottenstein eine Finanzierungszusage aufgrund der außer ordentlich beengten Mittelsituation in absehbarer Zeit nicht gegeben werden.
Aufgrund dieser Situation beschloss der Zweckverband Püttlachsee, die Planungen für den Bau des Püttlachspeichers nicht fortzuführen.

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