Ruine Neideck

Keine Burgruine weit und breit beherrscht das Tal der Wiesent so, wie die Burg Neideck zwischen Streitberg und Muggendorf. Keck, wie ein Raubvogelnest, klebt das Gemäuer am Fels des Bergsporns, auf dem sogenannten "Brett". "Ich habe nicht größere und schönere Ruine gesehen" schreibt Wilhelm Heinrich Wackenroder 1793 in seinen "Herzergießungen eines kunstliebenden Klosterbruders". 70 Meter über der Wiesent steht auf dem Felsvorsprung der einstige Wohnturm. Noch weitere ausgedehnte Mauerreste finden wir im Süden wie im Osten. In einer Länge von 100 Metern und in einer Breite von bis zu 20 Metern erkennt man die Anlage des Halsgrabens; auch kann man noch die Pfeiler der Zugbrücke sehen.
Urkundlich wird vom "Nidek", vom niederen Eck geschrieben, denn dieser Bergsporn schiebt sich vom Bergrücken geradezu wie eine Bastion ins untere Tal. Man kennt die Pläne ihrer Anlage, so daß in nicht zu großer Vergangenheit man einmal den Plan hegte, sie im Zustand ihrer einstigen Herrlichkeit wieder zu errichten. Mächtig war das Geschlecht, das diese Burg einst besaß, das der Edelfreien von Schlüsselberg. 1128 werden diese als "Slüzzelberger" genannt. Größte Macht und ein schnelles Ende fand dieses Dynastengeschlecht mit Konrad von Schlüsselberg. Als er sich anschickte die Mächtigen des Frankenlandes zu kontrollieren und zwischen seiner Burg und Streitberg eine Zollmauer errichten wollte, hatte er sie, die Fürstbischöfe von Würzburg und Bamberg und den Burggrafen von Nürnberg als Kriegsgegner. Am 14. September 1347 starb Konrad als letzter seines Geschlechts an seinen tödlichen Verletzungen, die ihm durch das Steingeschoß der Nürnberger Wurfmaschine zugefügt worden waren.
Die Burg fiel an Bamberg und beherbergte Vögte, die von dort das Land bis Ebermannstadt verwalteten. Wir kennen Namen wie die Ritter von Stübich, 1360 die Herren von Neideck, 1375 Heinrich von Aufsß, 1431 die von Spieß, 1506 die Ritter von Königsfeld. Sie war im wahrsten Sinne des Wortes eine feste Burg, so daß sie auch die Bauernkriege überstand. AM 17.Mai 1553 plünderten Truppen des Markgrafen Albrecht Alcibiades die Burg, um sie niederzubrennen.
(Quelle: Klaus Fröba Markt-Woche 40/81)
1996 Beginn von Sanierungsarbeiten

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