Geschichte von Weißenohe

Die Geschichte der Gemeinde ist fast bis in die Neuzeit sehr eng mit der des Klosters Weißenohe verbunden.
Ein genaues Datum über die Entstehung ist nicht überliefert.
Die Klostertradition hat als Gründungsjahr 1053 angenommen und als Stifter einen Grafen von Hirschberg genannt. Die erste sichere Nachricht von diesem Kloster ist eine Urkunde von Papst Paschalis II. vom 14. April 1109, die besagt, dass der erlauchte Herr Eribo mit seiner Gemahlin Guilla und Base Hadimout zu Guizna (Weißenohe) in der Bamberger Diözese eine Kirche zu Ehren des heiligen Bischofs und Märtyrers Bonifatius gegründet und mit allen Schenkungsgütern dem Schutze des römischen Stuhles übergeben hat.

Der Stifter Aribo war bayerischer Pfalzgraf, ist aber von König Heinrich III. abgesetzt worden und hat eben aus seinen privaten, freieigenen Gütern (die also keine Lehen waren) ein sogenanntes Eigenkloster gestiftet. Das Kloster hat in der Umgebung schnell an Bedeutung und Einfluss gewonnen. Bereits Anfang des 12. Jahrhunderts gehörten ihm zwei Marktflecken und 28 Dörfer an.

Das Kloster - und somit auch die Gemeinde Weißenohe - gehörte fast während seines ganzen 750-jährigen Bestehens zur Oberen Pfalz. Aufgrund dieser territorialen Zuordnung ragte es geradezu wie ein Fremdkörper in das Gebiet der freien Reichsstadt Nürnberg hinein und war zeitweise sogar vollständig von der Oberpfalz getrennt. Nürnberg ließ deshalb nichts unversucht, um seine meist ungerechtfertigten Ansprüche über Jahrhunderte hinweg geltend zu machen. Auch die Geistlichkeit, besonders die Bischöfe von Bamberg, versuchten ihren Einfluss, auch in weltlicher Hinsicht immer wieder geltend zu machen.
In der Folge der napoleonischen Kriege und politischen Umwälzungen wurde Weißenohe mit seinen 400 Einwohnern 1806 dem Königreich Bayern einverleibt.

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