26.01.2012

von djd Pressetreff B° RB

Wildtiere

Rehe sind äußerst scheue Tiere, die gerade im Winter nicht gestört werden dürfen, damit sie nicht unnötig Energie verbrauchen

Nur der Jäger weiß, welches Futter gut für das Wild ist, und nur er darf die Tiere an den Futterkrippen versorgen. Foto: djd/Deutscher Jagdschutzverband e. V. (DJV)/Winsmann

Wenn Nässe und Kälte das Wetter bestimmen, ziehen sich die Menschen gerne in ihre gemütliche Stube zurück. Manche haben Mitleid mit den Wildtieren, die draußen in der Kälte ausharren müssen. Doch dazu gibt es keinen Grund: Die Wald- und Feldbewohner haben sich über Generationen hinweg wichtige Überlebensstrategien zugelegt, die sie keine Not leiden lassen.

Kein falsches Futter

Der Deutsche Jagdschutzverband appelliert deshalb an alle Erholungssuchenden, auf den Waldwegen zu bleiben und keinesfalls das Wild eigenständig zu füttern. Brotreste schaden den Tieren eher, als dass sie nutzen. Bei weitem nicht alles, was uns Menschen schmeckt, ist auch für Rehe, Hirsche oder Hasen verdaulich. Falsche Fütterung kann bei ihnen zu ernsthaften Gesundheitsschäden führen. Wildschweine als Allesfresser brauchen kein zusätzliches Futter, für sie ist der Tisch immer reich gedeckt. Rehe und Hirsche trotzen den frostigen Temperaturen mit einem schützenden Echthaar-Mantel und senken Herzschlag und Körpertemperatur in den Energiesparmodus ab. Sie leben auf Diät, ohne jedoch wirklich Hunger zu leiden. Andere Tierarten wie die Haselmaus schlafen über Monate oder halten Winterruhe wie Dachs und Waschbär. Nur wenige Male erwachen die Tiere, um Vorräte zu sammeln und zu fressen.


Fachwissen gefragt

Wer Rehen, Hasen oder Hirschen wirklich helfen will, der sollte vor allem Hunde an der Leine führen und auf den Wegen bleiben. Werden die Tiere erschreckt, verbrauchen sie bei ihrer Flucht wertvolle Energiereserven, die aber bis zum Frühjahr reichen müssen. Häufig gestörtes Wild beginnt auf der Suche nach Fressbarem die Rinden von Baumstämmen zu schälen oder Triebe abzuknabbern. In der Folge können Bäume stark geschädigt werden. Steht bei lang andauernden Frostperioden oder sehr hoher Schneedecke nicht genug Nahrung zur Verfügung, können die Behörden eine Notzeit ausrufen. Jäger und Förster füttern dann artgerecht.


Spaziergänger sollten Futterkrippen im Wald meiden und die Fütterung auch in der kalten Jahreszeit Fachleuten wie Jägern und Förstern überlassen. Im Internet gibt es mehr Informationen.


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