09.10.2014

von B° AG

(Quelle: Bayern-online - Jasmin Dörr)

Steak on a Stone

Kulinarisches Erlebnis der Extraklasse im ländlichen Pottenstein im Herzen der Fränkischen Schweiz.


An dem einzigen sonnigen Fleck, den die kurvige Straße von der A9 Richtung Pottenstein zulässt, liegt ein Haus voller Geschichte und Kreativität, der Gasthof Schüttersmühle. An diesem malerischen Ort, zwischen imposanten Gesteinsformationen und saftigen Wäldern, umgeben von nebelbehangenen Hügeln und lichtüberfluteten Weiden, findet der nichts ahnende Besucher einen wahren Gaumenschmaus. „Mein Herz hängt einfach an diesem Restaurant“, erzählt Werner Gradl. Eigentlich ist er beginnender Realschullehrer, hat sein erstes Staatsexamen schon in der Tasche, aber die Schüttersmühle konnte er nicht im Stich lassen, als der vorherige Besitzer in Rente ging. Schon neben seinem Studium an der LMU München arbeitete er in der Schüttersmühle im Service und kennt den Betrieb daher seit rund acht Jahren auswendig. Nach einigen Verhandlungen übernahm er den Gasthof am 01. April 2014 und führt die besondere Tradition fort, die ihn ausmacht: auf heißen Granitsteinen eigenhändig Fleisch braten.

Die Schüttersmühle ist ein geschichtsträchtiges Haus. 1901 gründet sich hier der Fränkische-Schweiz-Verein, der für die wirtschaftliche Stärkung der Region eintrat und bis heute Tradition und Tourismus pflegt.  
Mit der Übernahme des Truppenübungsplatzes Grafenwöhr durch die US Army nach dem Zweiten Weltkrieg verschlug es immer mehr amerikanische G.I.s und ihre Familien in die Fränkische Schweiz. Auch in Pottenstein machte sich dies bemerkbar. In der Schüttersmühle begann die Idee heranzuwachsen, den Gästen etwas Außergewöhnliches zu bieten. Mit Mut und Kreativität initiierte man, die Gäste ihr Fleisch und Gemüse selbst braten zu lassen - direkt am Tisch.

Deutsche sind lieber traditionell, Amerikaner experimentierfreudig

Hierzu wird ein schwarzer Granitstein über sechs Stunden in einem speziellen Ofen auf 400 Grad Celsius erhitzt.  Er liegt dabei in einer feuerfesten Form, in der auf der einen Seite Platz für Beilagen wie Brot oder Pommes ist, auf der anderen verschiedene Saucen und Dips gereicht werden. Die Hitze speichert der schwarze Granit bis zu 20 Minuten. In dieser Zeit hat der Gast die Möglichkeit, die von ihm gewählten Fleisch- oder Gemüsesorten darauf zu braten. Die hohe Temperatur sorgt dafür, dass die Poren des Fleisches schnell geschlossen werden und das Steak so saftig und zart bleibt. Damit das kulinarische Erlebnis noch abenteuerlicher wird, bietet Gradl neben den herkömmlichen Fleischsorten wie Schwein oder Rind auch ausländische Spezialitäten an. Auf seiner Speisekarte finden sich Exoten wie Strauß, Krokodil, Bison und Känguru. „Der heiße Stein ist bei unseren Gästen sehr beliebt. Deutsche scheuen sich noch ein wenig vor den Exoten und ordern lieber traditionelle Fleischsorten. Amerikaner dagegen probieren gerne ungewöhnlichere Arten. Bei ihnen kommen Bison und Krokodil gut an“, meint Gradl. Eine weitere Besonderheit neben dem extravaganten Geschmackserlebnis: auf dem heißen Stein kann nichts verbrennen. Die schnell geschlossenen Poren des Fleisches speichern Flüssigkeiten und wirken einem Schwarzwerden entgegen. „Die Art und Weise des Essens ist ein Erlebnis für sich. Man teilt sich gemeinsam Fleisch- und Gemüseplatten und jeder kann sich aussuchen, was er am liebsten ausprobieren möchte“, erklärt der Wirt. Diese gemütliche Atmosphäre gepaart mit der außergewöhnlichen Idee lockt vor allem auch nationale und internationale Firmen an, die ihren Geschäftspartnern ein besonderes Business-Essen bieten wollen.
Die Schüttersmühle bietet ihren Gästen mit diesem eindrucksvollen Konzept ein geschmackliches und ästhetisches Erlebnis. Das gewöhnliche Fleisch, das Gradl bezieht, kommt ausschließlich aus Deutschland und Österreich und hält einen hohen Standard in Geschmack und Qualität aufrecht. Die exotischen Stücke bezieht er von speziellen Großhändlern, die ebenfalls nur hochwertige Sorten liefern. So können sich die experimentierfreudigen Gäste nicht nur auf ethisch korrektes Fleisch freuen, sondern auch auf Qualität, die man schmecken kann. „Das Fleisch wird nur mit Salz und Pfeffer gewürzt. Die meisten Leute können gar nicht glauben, dass es nur durch diese einfachen Gewürze seinen guten Geschmack entfaltet. Besonders Amerikaner geben oft noch ein Stückchen Kräuterbutter hinzu, dabei ist das gar nicht nötig. Den vollen und besten Fleischgeschmack entwickeln die Steaks allein durch das Salz und die hohe Hitze des Steins“, erklärt Gradl.
Mit diesen besonderen „Steaks on a Stone“ gelingt der Schüttersmühle ein kulinarisches Erlebnis der Extraklasse. Eine adäquate Konkurrenz sucht man im Umkreis der Fränkischen Schweiz und Bayreuth vergeblich. Gradl bietet eine erlebnisvolle Exklusivität an, die nicht nur durch einen ungewöhnlichen Showeffekt besticht, sondern auch durch extravagante Fleischsorten und geschmackliche Raffinesse. Die Preise halten sich dabei auf verhältnismäßig geringem Niveau.
Wer also von der A9 Richtung Pottenstein unterwegs ist, sollte sich die Zeit nehmen und an der malerischen Lichtung der Schüttersmühle einen Stopp einlegen. Der Gasthof bietet neben seiner exponierten Lage mit Übernachtungsmöglichkeit einen schnuckeligen Biergarten, der zum Genießen in der Sonne einlädt. Bei kühleren Temperaturen finden Gäste in der rustikalen Stube Platz und Gemütlichkeit. Die Schüttersmühle empfängt Besucher mit uriger Atmosphäre und innovativen Speisen. Werner Gradl führt das Traditionshaus mit viel Herz und Leidenschaft und macht aus ihm einen Wohlfühl-Ort der kulinarischen Meisterklasse — und das kann man vom ersten Moment an fühlen, wenn man herzlich gegrüßt wird und den Gasthof mit seinem traditionellen Landhauscharme betritt.

Passend zum Thema

Leider kein passender Artikel gefunden.
Weitere Artikel finden Sie hier.

Haben Sie einen Artikel, der hierher passen würde? Bitte informieren Sie unsere Redaktion, vielen Dank!

Mehr aus der Rubrik

Forchheim führt für die Gäste des Kellerwaldes ein „Kellerwald-Shuttle“ ein, damit Besucher, die nicht mehr ganz so mobil sind, die wunderschönen Kellerwaldgaststätten leichter erreichen können.

Der Bier-Genießer-Weg in Forchheim führt die Bierliebhaber zu den vier familiengeführten Brauereien und endet im Kellerwald!

Der Charlemagner ist einzigartig für die Fränkische Schweiz und spiegelt ein Stück weit das Lebensgefühl dieser Region wider.

Teilen: