15.07.2014

von B° AG

(Quelle: Thomas Weichert)

Barockfest Gößweinstein

So etwas hat Gößweinstein noch nicht gesehen: Denn es war ein Fest der Superlative am Wochenende, das große Barockfest im Klostergarten des Franziskanerklosters.


Gefeiert wurde anlässlich der 275-Jahrfeier der barocken Basilika Zur heiligen Dreifaltigkeit. Ganz Gößweinstein war auf den Beinen und viele Gößweinsteiner hatten sich für dieses Highlight im Barockjahr selbst historische barocke Gewänder schneidern lassen. Einer der Höhepunkte des großen Barockfestes  war sicherlich der Festumzug der Akteure von der Burg über den Marktplatz bis in den herrlich gestalteten Klostergarten am Samstagnachmittag.

Der historische Festzug wurde von Bürgermeister Hanngörg Zimmermann, seiner Gattin und Gößweinsteins Firstlady Iris sowie zweitem Bürgermeister Georg Bauernschmidt angeführt. Dahinter der Marktgemeinderat und die große Gößweinsteiner Barocktanzgruppe die neuen Barocktänzer und weitere Bürger, alle natürlich in barocken Kostümen. So oder so ähnlich könnte es in der Tat in Gößweinstein ausgesehen haben, als die Wallfahrtskirche von Balthasar Neumann vor 275 Jahren durch den damaligen Bamberger Fürstbischof Friedrich-Karl von Schönborn-Buchheim im Jahre 1739 eingeweiht wurde.

Viele Schaulustige verfolgten den farbenfrohen und bunten Festzug und spendeten den Akteuren viel und lange anhaltenden Applaus. Im herrlich gestalteten Klostergarten, der eigens für diesen Zweck für die Öffentlichkeit geöffnet worden war, wurde das bunte Marktreiben dann fortgesetzt. Bürgermeister Hanngörg, der „Weitgereiste“ eröffnete das Barockfest mit einer historischen Gemeinderatssitzung auf der Bühne zu der er fast alle seiner ebenfalls barock gewandeten Gemeindratskollegen begrüßen konnte. Darunter sein Vorgänger Georg Lang, weiß geschminkt mit Barockperücke oder der „Kutschfahrer“ und Marktrat Rainer Polster, ebenso wie der „stimmgewaltige“ Konrad Schrüfer oder die „Schulmeisterin“ Daniela Drummer und der „Advokat“ Jürgen Kränzlein der noch niemanden auf die Guillotine gebracht hat. Ein kräftiger Umtrunk der Räte, kredenzt von Barockdamen, zum Abschluss der historischen Gemeinderatssitzung gehörte natürlich auch dazu.

Die Tanzgruppe „Les amis de la danse baroque“, eigens angereist aus Dresden, sorgte für die ersten barocken Tanzaufführungen auf der Bühne. Die Gößweinsteiner Barocktänzer, eine fast 40 Personen zählende eigens für das Barockjahr ins Leben gerufene neue Barocktanzgruppe, sorgte am späten Nachmittag für weitere tänzerische Höhepunkte. Jeden Mittwoch haben sie unter der Leitung von Daniela Drummer ihre verschiedenen Barocktänze eingeübt und nenne sich nun „Les nouveaux danseurs de baroque“, also die neuen Barocktänzer.

Puppenspieler Kolja Liebscher erfreute die Kinder mit seinem Puppenspiel und geradezu alles überragend bewegten sich mitten um Publikum riesige barocke Damen aus Nürnberg die ob ihrer Größe ein Geheimnis hatten. Sie liefen gekonnt auf Stelzen und ließen Bürgermeister Hanngörg Zimmermann und seine Gemeinderäte wie Zwerge erscheinen. Pflicht für die Männerwelt war natürlich ein obligatorischer Handkuss für die hoch gewachsenen Edelfrauen aus der Noris. Für das leibliche Wohl sorgten zahlreiche Gößweinsteiner Vereine, wie die ebenfalls barock gekleideten Damen des Frauenbunds in der Kaffeestube und die ehemalige Zisterne des Klosters wurde kurzerhand in eine Klosterschänke umgewandelt in der Frankenwein kredenzt wurde. Daneben brutzelte das große Bio-Schwein am Spieß von Gut Schönhof. Die Riesenportion mit Sauerkraut im eigens dafür gebackenem Riesenbrötchen für 6,50 Euro. Getränke und Essen gab es zu äußerst zivilen Preisen, so der Schoppen Frankenwein für drei Euro. Weitere Köstlichkeiten, wie elsässischer Flammkuchen oder Barockcakes waren ebenfalls im Angebot. Für jeden Geschmack war sicherlich etwas dabei, natürlich auch Bratwürste vom Grill oder Bier vom Fass und alkoholfreie Cocktails.

„Dornröschen“ nannte sich ein Singspiel, das die Kinder des katholischen St. Franziskus Kindergartens aufführten und Ombra d`Argento ein Schauspiel der Gruppe Silberschatten. Gaukler durften bei so einem Barockfest natürlich auch nicht fehlen. Für „närrische Gaukeley und Schabernack“ sorgten einige Mitglieder des Theatro MimiKry, die auch für den barocken Feuerzauber nach Einbruch der Dunkelheit zuständig waren. Bis kurz vor Mitternacht flanierten die Gäste bei höfischem Treiben am Samstagabend im Klostergarten.

Ein Fassmacher zeigte wie ein riesiges Weinfass gebaut wird. Einem Korbmacher konnte man ebenso über die Schulter schauen wie einem Schreiner und wer Lust hatte konnte sich ein historisches Gewand ausleihen und so mit dem Hintergrund der Türme der Jubiläumskirche ablichten lassen. Am Sonntag viel die Markteröffnung am Vormittag wegen eines heftigen Gewitterschauers buchstäblich ins Wasser. Am Nachmittag kam jedoch wieder die Sonne raus und so endete gestern Abend gegen 19 Uhr ein einmaliges Barockfest das man in Gößweinstein nicht so schnell vergessen wird. Auch das Bayerische Fernsehen war vertreten um einem Filmbeitrag für die Sendung „Bayern feiern“ zu drehen.

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