
Lichterprozession Pottenstein
Jedes Jahr am 06.01. erstrahlt Pottenstein im Lichterzauber und Prozession Ewige Anbetung in Pottenstein.
Bericht vom 06.01.2008:
Rund 10 000 Besucher aus der gesamten Bundesrepublik nahmen nach Schätzung der Polizei am Dreikönigstag an der bekannten Pottensteiner Lichterprozession teil. Dies waren, wenn die Zahl stimmt, rund 3000 Schaulustige weniger als im letzten Jahr. Viele hielt diesmal vielleicht auch das Regenwetter ab um nach Pottenstein zu kommen.
Auch die Feuerschürer hatten auf den Berghängen rund um das Felsenstädtchen diesmal mit dem Regen, der rechtzeitig zu Prozessionsbeginn um 17 Uhr wie durch ein Wunder aufhörte, zu kämpfen. Denn die Holzstöße waren nass. Besondere Vorkommnisse oder Verkehrsunfälle gab es laut Polizei nicht. Lediglich eine Frau soll Kreislaufprobleme gehabt haben. Sie musste mit dem Krankenwagen abtransportiert werden. Für die Verkehrsregelung und Besucherlenkung eingesetzt war neben den Kräften der Polizeiinspektion Pegnitz auch ein Zug der Bereitschaftspolizei. Auch Kreisbrandmeister Siegfried Stiefler sprach gestern auf Anfrage von einem ruhigen Prozessionsverlauf und weniger Besuchern als noch im Jahr zuvor. Im Einsatz waren insgesamt 150 Feuerwehrleute aus den Wehren Tüchersfeld, Elbersberg, Weidenhüll, Regenthal, Vorderkleebach, Püttlach und Waidach. Kräfte der Feuerwehren Pottenstein und Haßlach begleiteten wie jedes Jahr den Zug der Gläubigen durch die Stadt. Außerdem im Einsatz und im Zug dabei auch die Bergwacht Pottenstein und das Rote Kreuz. In der Stadt selbst merkte man nicht, dass es diesmal weniger Besucher gewesen sein sollen. Dicht gedrängt standen die Schaulustigen hinter den Absperrungen am Straßenrand als sich die Prozession nach der heiligen Messe in der Stadtpfarrkirche St. Bartholomäus in Bewegung setzte. An der Zugspitze marschierten die Ministranten, danach die Träger der Heiligenfiguren und Kinder mit Tafeln auf denen die gekreuzigten Arme und Füße und das durchstochene Herz von Jesus zu sehen waren. Dann Stadtpfarrer Wolfgang Eßel der das Allerheiligste unter dem Baldachin durch die Stadt trug. Dazwischen die Zunftfahnen und alle Pottensteiner Verein mit ihren Fahnenabordnungen und natürlich die Stadtkapelle Pottenstein die für die musikalische Umrahmung sorgte. Unter den Ehrengästen mit Kerzen diesmal neben den Stadträten mit Bürgermeister Stefan Frühbeißer an der Spitze auch zahlreiche Bürgermeister aus den Nachbargemeinden. So zum Beispiel Edmund Pirkelmann aus Waischenfeld, Willi Müller aus Obertrubach und Herbert Dannhäußer aus dem Ahorntal. Gleich mehrere Vorbeter riefen die Gläubigen zum mitbeten auf. Die rund 1000 Holzfeuer und unzähligen elektrischen Lichter auf den Berghängen und in der Stadt ließen die Lichterprozession wieder zu einem einmaligen und romantischerem Erlebnis werden. Als die Prozession dann vorbei war, konnte man noch ein kleines Feuerwerk bewundern das in der Nähe des Kurzentrums den Nachthimmel erhellte.
Allgemeines
Jedes Jahr am Dreikönigstag (6.Januar) feiert die Kirchengemeinde Pottenstein ihren traditionellen Beschluß der Ewigen Anbetung. Dazu werden Tausende von Besuchern aus nah und fern erwartet, die sich vom Lichterzauber der ca. 1.000 Feuer auf den Felsen rings um Pottenstein verzaubern lassen.
Nach der letzen Betstunde wird sich bei Einbruch der Dunkelheit um ca. 17.00 Uhr die Abschlußprozession durch den Ort bewegen. Während der Prozession flammen rings um das Felsenstädtchen Lichter auf. Dabei werden auf den umliegenden Felsenkuppen eine große Anzahl von Feuern abgebrannt. Begleitet wird die Prozession vom "Allerheiligsten", von unzähligen Kerzen und Lichtern, die Straßen der Altstadt sind festlich geschmückt, auf die Zuschauer wartet ein heimeliges Gefühl von Stille und Faszination. Die Triumphbögen, welche den Verlauf der Prozession markieren, wurden um die Jahrhundertwende von Pottensteiner Bürgern gestiftet und von einheimischen Handwerkern gefertigt.
Wenn am Dreikönigstag (6. Januar) die große Lichterprozession wieder durch Pottenstein zieht brennen nicht nur 1000 Holzfeuer auf den Berghängen rings um das Felsenstädtchen, sondern es sind auch viele weitere Wachs- und Elektrolichter zu bestaunen. Eines dieser Elektrolichter ist das große Kreuz, dass, so scheint es, mitten über das Mariental frei schwebt. Das "Kreuz des Marientals" mit den Elektrolichtern wird bereits in der vierten Generation von den Familien Heckel und Wiegärtner seit 1949 aufgehängt. Dafür verantwortlich zeichnet heute Installationsmeister Andreas Heckel aus Gößweinstein der den Familienbrauch von seinem Vater und Kunstschmiedemeister Manfred Heckel nun übernommen hat. Einen ausführlichen Bericht über das Kreuz des Marientals lesen Sie in unserer morgigen Ausgabe.
Der Brauch des Abbrennens der Bergfeuer zu Ehren Gottes läßt sich historisch gesichert bis ins Jahr 1905 zurückdatieren. Damals wurde das Fest der Heiligen Drei Könige und der Tag zuvor (5. und 6.Januar) als Tag der Ewigen Anbetung in Pottenstein festgelegt. Das Fest der Ewigen Anbetung an sich geht allerdings bis auf das Jahr 1759 zurück. In der "Wachter-Chronik" heißt es dazu: "Die zehnstündige Anbetung, welche Bischof Adam Friedrich (Erzbischof von Bamberg, der Verf.) anordnete, begann für Pottenstein am Patronatsfeste, dem Tag des Hl. Bartholomäus, am 24.August ...". Ursprünglich dauerte diese "große" Anbetung fünf Tage lang. In dieser Zeit war Pottenstein noch Ziel zahlreicher Wallfahrten.
Auch für das diesjährige Fest sind bereits mehrere Tage und Wochen vorher wieder zahlreiche freiwillige Helfer im Einsatz, um diesen winterlichen Höhepunkt im Jahreslauf-Brauchtum der Fränkischen Schweiz vorzubereiten. Die ca. 1.000 Feuerstellen werden zum Anzünden bereit gemacht, wofür ungefähr 80 Kubikmeter Brennholz benötigt werden, die "Feuerles-Schürer" werden eingeteilt u.v.m.
Die Gesamtorganisation liegt in Händen der Stadt Pottenstein, ehrenamtliche Helfer werden mit Zuschüssen und Spenden seitens der Stadt und der heimischen Geschäftswelt unterstützt. Während der Feststunden übernehmen Feuerwehr, Polizei und örtliche Vereine innerhalb und außerhalb des Felsenstädtchens die Verkehrsregelung. Die Altstadt ist ab ca. 15.00 Uhr für den Durchgangsverkehr gesperrt. Durch diverse Parksonderregelungen wird gewährleistet, daß ausreichend Parkmöglichkeiten für PKW und Busse zur Verfügung stehen. Für das leibliche Wohl der Besucher ist in Pottenstein natürlich bestens gesorgt.
Weitere Auskünfte, Gruppenarrangements, allgemeine Infos, Prospekte etc. erhalten Sie gerne beim Verkehrsbüro Pottenstein, Forchheimer Str. 1, 91278 Pottenstein, Tel. 09243/70841
Hinweise zum Beschluss der ewigen Anbetung am 6.Januar
* Die Abschlussprozession, verbunden mit dem Abbrennen der Bergfeuer beginnt nach der letzten Betstunde gegen 17 Uhr
* Die Prozessionsordnung ist unbedingt zu beachten. Das Verlassen oder Teilnehmen an der Prozession ist während des Ablaufes nicht mehr gestattet, da hierdurch die Prozession auseinandergerissen wird und es zu erheblichen Störungen im Ablauf kommen kann.
* Wir bitten unsere Besucher herzlich, den Sinn des kirchlichen Festes zu respektieren und auf das Zünden von Krachern oder Raketen zu verzichten, ebenso auf unnötigen, die Prozession störenden Lärm. Verstöße werden zur Anzeige gebracht!
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