Rhätschluchten

Eckersdorf Teufelsloch

Eine Besonderheit der Landschaft um Eckersdorf

In der geologischen Stufe des Rhätolias am südwestlichen Rand des Limmersdorfer Forstes liegen drei benachbarte Schluchten: der Aftergraben bei Neustädtlein, das Teufelsloch und der Oberwaizer Graben.

Das Besondere in den Rhätschluchten ist die kleinklimatische Situation: bedingt durch die schattige Lage, Kaltluftabflüsse aus den zahlreichen Höhlungen und die hohe Luftfeuchte bildet sich im Vergleich zum Umland ein kühl-feuchtes Schluchtklima aus, das zum Beispiel daran beobachtet werden kann, dass bis weit in das Frühjahr hinein Schneereste in den Schluchten liegen bleiben und vielfach Spätfröste auftreten.

Daher unterscheidet sich die Vegetation auch ganz erheblich vom gewohnten Bild in der Umgebung von Bayreuth. Es dominieren Arten und Lebensgemeinschaften, die andernorts - z. B. im Fichtelgebirge - erst in wesentlich höheren Lagen anzutreffen sind.

So sind die Fichten-Tannenwälder, die in den Schluchten verbreitet vorkommen, nicht durch den Einfluss des Menschen entstanden. Sie entsprechen vielmehr der natürlichen Waldgesellschaft.

Entlang der Bäche, die regelmäßig überflutet werden, wachsen Schwarzerlen und Eschen, insbesondere im Oberlauf des Oberwaizer Grabens.
Aber auch edellaubholzreiche Schluchtwälder mit Spitzahorn, Bergulme und Linde sowie Buchenwälder sind in den Rhätschluchten zu finden.

An Bodenpflanzen wachsen als große Besonderheiten: die Alpen-Heckenrose, eine montane Art, die außerhalb der Rhätschluchten nur noch an zwei Stellen in Oberfranken wächst, der Tannenbärlapp, eine charakteristische Art montaner Nadelwälder und der Europäische Dünnfarn, eine in Bayern außerordentlich seltene Farnpflanze.

Die silikatischen Rhätsandstein-Felsen sind von einer eindrucksvollen Vielfalt an Moosen und Farnen überwuchert, wie z. B. dem Tüpfelfarn.

In den Bächen, die die Schluchten durchziehen, kann der Besucher mit etwas Glück Feuersalamander beobachten, die in größerer Zahl hier leben. Sie sind wichtige Indikatoren für naturnahe Gewässer mit guter Wasserqualität.

Aus diesem Grund wurden diese Rhätsandsteinschluchten auch in das Programm "Natura 2000" aufgenommen, ein europaweites Biotopverbundsystem für selten gewordene Lebensräume sowie gefährdete Pflanzen- und Tierarten.

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