Festung

Das Nürnberger Tor der Festungsanlage in Forchheim.

Von seiner imposanten Festung hat Forchheim etwa ein Drittel erhalten können: Das schöne, barocke Nürnberger Tor (1698) hat ebenso überlebt wie der westliche und nördliche Teil der Stadtmauer. Der hier angelegte Stadtpark bietet einen einmaligen Eindruck von den verbliebenen Festungsanlagen, und der Saltorturm neben der Kaiserpfalz erfreut sich wegen seiner einzigartigen Atmosphäre großer Beliebtheit bei allen Gästen.
Mit dem Festungsbau wurde ca. 1560 begonnen, vollendet war das Unterfangen erst Mitte 18.Jh. Noch nicht voll ausgebaut, bewährte sie sich 1632-1634 im Schwedenkrieg.
Durch die Säkularisation des Hochstifts 1802/1803 übernahm das Kurfürstentum und spätere Königreich Bayern die vollendete Festung und widerstand 30 Jahre lang dem Bemühen der Forchheimer Stadtverwaltung, die Festungsanlagen dem Staat abzukaufen. 1874 aber gelang es der Stadt, die Festungswerke -noch dazu sehr billig- zu erwerben.
Reste der fürstbischöflichen Festung finden sich im Norden und Westen der Stadt. Sie sind zu sehen, wenn man vom Schulhof der Martinsschule durch die Anlagen neben der Karolingerstraße geht und dann durch die Anlagen östlich der Merowingerstraße bis zur Bamberger Straße.
Es stehen noch zwei altitalienische Bastionen (1555/1561) -als Schutz des fürstbischöflichen Schlosses gedacht- weiter die Zwingerbastion (1657) und die Dernbachbastion (1675), dazu die Zwischenmauern zwischen den Bastionen, die Kurtinen. Auf der Dernbachbastion sind der Rondengang und zwei Schilderhäuschen erhalten, in der Dreikirchenstraße ein kleiner Mauerrest. Das nördliche Wasserschloß ist von der Bamberger Straße noch einsehbar, ebenso können einige Kasematten (schußsichere Räume für Mannschaften, Kriegsgerät und Vorräte) besehen werden.
Die Mauern der Festung waren 10 bis 14 m hoch (heute angeschüttet), der Graben vor den Mauern maß bis zu 30 m, vor den Toren war er überbrückt. Die den Mauern gegenüberliegende Einfassung der Gräben war 4 m hoch, ein daran anschließendes Glacis (mit Vorwerken) fiel nach außen ab und nahm aus der Ferne die Sicht auf die Mauern. Hinter den Rondengängen, die sich rund um die Festung auf den Mauern hinzogen, befanden sich Erdwälle, die zur Stadt hin mit einer Innenmauer gehalten waren.
Von den Bastionen aus konnte der Raum vor den Toren und Kurtinen bestrichen und ein Angriff auf die Festung erschwert werden, aber die Kanonen konnten auch ins Land hinaus schießen, etwa zur Regnitzbrücke oder zum Kellerwald. Dem im Kellerwald Bier trinkenden Belagerer Bernhard v. Weimar soll eine Kanonenkugel den Krug aus der Hand geschossen haben, was ihn veranlaßte, die Belagerung abzubrechen.

Ein Teil der Festung im Stadtpark Forchheim.
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