Kathrinenspital

Ob die Figur des heiligen Antonius in der Spitalkirche und die Nennung des Heiligen zusammen mit St. Katharina als Patrone in den ältesten überlieferten Urkunden des Spitals (Bay.HStaatsA München - 07.V.1352 dem spital meinß herren seint Anthonij und meiner frawen sant kathereyen zu Vorchheim) tatsächlich, wie immer wieder erwogen wurde, auf eine ältere Tradition als die durch schriftliche Quellen belegte verweisen, ist nicht auszumachen. Eine Niederlassung der Antoniter in Forchheim kann mangels Quellen nicht mehr ermittelt werden.
Urkundlich gesichert ist indessen, dass Leupold von Hirschberg, Scholastikus bei St. Gangolph in Bamberg, Pfarrer und Begründer des Augustinerchorherrenstifts in Neunkirchen am Brand, den wesentlichen Anstoß zur spätmittelalterlichen Gründung (oder auch Neubegründung) des Spitals durch großzügige Stiftungen gegeben hat.
Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Stiftung immer wieder von Adeligen und Bürgern mit Zustiftungen bedacht und konnte so in gewissem Maße die Funktion einer damals noch nicht existierenden Sozial- und Krankenversicherung ausüben.
Das Spitalgebäude wurde erstmals 1511 als Großes Haus und Viehaus erwähnt. 1611 wurde es bis auf die Wasserpfeiler abgebrochen und in seiner heutigen Form von dem bedeutenden Forchheimer Baumeister Paul Keith wieder errichtet. Es beherbergte ursprünglich den Aufenthaltsraum und die Schlafsäle der Pfründnerinnen. Zu diesem Zeitpunkt durften nur würdige Forchheimer Bürgersfrauen katholischen Bekenntnisses aufgenommen werden. Im Jahre 1875 wurde die St.Katharinaspitalstiftung mit verschiedenen anderen Einzelstiftungen zu den Vereinigten Pfründnerstiftungen Forchheim.
Im Jahre 1922 stifteten die Eheleute Schwengler ihr gesamtes Vermögen zum Bau eines Bürgerheimes. Dadurch wurde der Ausbau der 1917 erworbenen Schindlersmühle zu einem Altersheim für Forchheimer Bürger möglich. Durch die Aufnahme der Eheleute Schwengler wurde eine Änderung der Stiftungssatzung notwendig, da künftig auch männliche Bewohner Aufnahme fanden und zum anderen, weil mit der evangelischen Frau Schwengler erstmals auch Angehörige anderer Konfessionen aufgenommen wurden.
Ein weiterer Schritt zu einem zeitgemäßen Altenheim erfolgte dann mit der Errichtung des neuen Bürgerheimes im Jahre 1949.
Der heutige Zustand wurde durch erhebliche Renovierungen und Neubau im Jahre 1980 vollendet.
Die Spitalkirche wurde 1490 im gotischen Stil errichtet, während die Innenausstattung durch Renovierung im 17. Jh. dem Barock-Rokoko Stil zuzuordnen ist. Der Hochaltar (19. Jh.) zeigt in der Mitte die Heilige Katharina und vor den Seitenteilen die Heilige Barbara und die Heilige Margareta. Auf der Westseite befindet sich nochmals eine Statue der Patronin sowie des Heiligen Antonius. Auf der Nordseite befinden sich noch Altarflügel aus dem späten 15. Jahrhundert. Sie zeigen die Disputation, Räderung, Enthauptung und Bestattung der Heiligen Katharina, die Heilige Anna Selbdritt und die Heilige Kunigunda sowie die Heilige Elisabeth und die Heilige Margareta. Nachweislich wird seit über 200 Jahren in der Katharinenspitalkirche eine Krippe mit beweglichen Figuren und sechs wechselnden Darstellungen aufgestellt.

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