Osterbrunnen

Osterbrunnen in der Fränkischen Schweiz

Der traditionelle Brauch des Osterbrunnenschmückens in der Fränkischen Schweiz lockt jedes Jahr viele Touristen, Familien mit Kindern und Reisegruppen in die Fränkische Schweiz.

Die Brunnen werden ein paar Tage vor Ostern, traditionell am Ostersamstag von freiwilligen Helfern in den einzelnen Ortschaften geschmückt. Das Ausblasen, Bemalen und Verarbeiten der Eier beginnt jedoch wie z.B. in Bieberbach viele Monate vorher.
Einer der bekanntesten und größten Osterbrunnen ist jedoch der geschmückte Dorfweiher in Bieberbach, der mit über 10.000 handbemalten Eiern ins Guinnes-Buch der Rekorde kam.

Die Osterbrunnen der Fränkischen Schweiz wollen den Blick des Besuchers auf das Wasser lenken und daran erinnern, dass Trinkwasser kein unerschöpfliches Gut ist. Um die Wasserversorgung der Hochebene der Fränkischen Alb sicherzustellen, wurden in frühester Zeit Brunnen angelegt, aus denen meistens die Frauen der einzelnen Siedlungen Wasser schöpften und in die Siedlungen trugen. Um diesen Brunnen vor Verschmutzungen zu schützen, wurden sog. Brunnenhäuser über den einzelnen Brunnen errichtet. Waren es früher einfache Bäumchen, die die Wasserstellen schmückten, so werden heute Bögen und Kronen aus frischen Fichten- und Birkengrün angefertigt, an denen die bemalten Eier befestigt werden. Dazu kam das Ei als Sinnbild für das Geheimnis des Lebens!

Wann dieser Brauch in der Fränkischen Schweiz Einzug hielt, ist nicht mehr genau nachzuvollziehen. Allerdings ist bekannt, daß in Aufseß 1909 und in Engelhardsberg 1914 mit dem Osterbrunnenschmücken begonnen wurde. Nach der Einführung der zentralen Wasserversorgung in den frühen 50er Jahren des letzten Jahrhunderts geriet dieser Brauch fast in Vergessenheit. Erst in den späten 80er Jahren des letzten Jahrhunderts wurden die verschiedenen Brunnen wieder geschmückt, so dass im Jahr 1986 in 169 Orten insgesamt 226 Osterbrunnen geschmückt wurden.

Dem in der Osternacht, der Auferstehungsnacht, geweihten Wasser schreibt man besondere Wirkung zu, so werden in der Osternacht gerne Kinder getauft. Am ersten Mai werden auch heute noch Äcker und Wiesen mit dem Osterwasser bespritzt, damit es eine reiche Ernte gibt.

Das Interesse der Besucher hat dazu geführt, dass die Techniken der Bemalung der Eier von Jahr zu Jahr verfeinert wurde. Aus den ursprünglich einfachen Eiern, entstanden wahre Kunstwerke.

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