St. Otto Kirche von Mengersdorf

Geruhsam eingebettet am Tor zur Fränkischen Schweiz liegt der Ort Mengersdorf zwischen dem 516 m hohen wachstein im westen, dem Lehenberg im Süden und dem Marnstein im Nordwesten. fast rundum wird das Truppachtal, genannt nach dem munteren Bach Truppach, der die beiden Orte Truppach und Mengersdorf trennt, von bewaldeten Anhöhen geschützt. Wer den Ort Mengersdorf besucht, wird zunächst von dem fast vergessenen Truppacher Schloß begrüßt.Überquert der Besucher die Truppach, so grüßt ihn Mengersdorf mit seinem alten Kirchlein. die Geschichte dieses Ortes ist eng mit dieser Kirche verbunden, deren Entstehung dem Adelsgeschlecht der Herrn von Mengersdorf zu verdanken ist.

Dieses ausgestorbene Adelsgeschlecht, eine treue Anhängerin des katholischen Glaubens, hatte hier seinen Stammsitz und sein Schloß. Mit diesem war vermutlich das Kirchlein (Altarraum der jetzigen Kirche) verbunden und diente zunächst nur als Privatgottesdienstraum für die Schloßherrschaft. 1623 wurde es dann umgebaut und erweitert. Alte Schriften geben als ältesten Mengersdorfer einen Domherrn um 1315 an und bezeichnet als eigentlichen Stammvater ein Peter von Mengersdorf um 1450. Weiter heißt es in den Schriften, daß Otto und Eberhard von Mengersdorf die ersten sind, die in den Geschichtsquellen erscheinen und 1398 von Burggrafen mit 2 Höfen, 2 Sölden und der Pfarre zu Mengersdorf belehnt wurden, die demnach schon 1398 gegründet worden sein muß.

Als bedeutendste Persönlichkeit gilt Ernst von Mengersdorf, noch nicht 30 Jahre alt, der es wegen seiner hervorragenden wissenschaftlichen Bildung sogar bis zur Würde eines Fürstbischofs von Bamberg brachte. Nur 8 Jahre (1583 - 1591) hatte er den Bischofsstuhl inne. In Bamberger Dom liegt er begraben. Zu Lebzeiten ließ er zu Ehren seiner Eltern an der Rückseite der Wallfahrtskirche zu Gößweinstein ein Grabdenkmal errichten, das noch heute, zwar schadhaft, uns an dieses alte Adelsgeschlecht erinnert. Mit Pankratz von Mengersdorf starb das Adelsgeschlecht aus. 1601 verkaufte deren Witwe Susanne Schloß und Lehengut an die von Aufseß, die ja schon über das Rittergut Truppach Besitzungen in Mengersdorf hatten. Als Anhänger des evangelischen Glaubens und nunmehriger Besitzer und Patronatsherr von Mengersdorf glaubte er, den evangelischen Gottesdienst hier einführen zu müssen.Langjährige Auseinandersetzungen zwischen dem evangelischen Adelsgeschlecht der von Aufseß und dem katholischen Bamberger Bischof entbrannten, die erst ihr Ende fanden, als Mengersdorf 1614 der Markgrafenschaft Bayreuth einverleibt wurde.

Denn in jenen Zeiten, wo man Gewissensfreiheit nicht kannte, bestimmte der Landesherr die Religion seiner Untertanen.Lange Jahre besaßen die von Aufseß die Kirch- und Schulpatronate. Dazu schreibt Otto Freiherr von und zu aufseß in der Familiengeschichte:"Die Gutsherren haben das Recht, auf erledigte Pfarr- und Schulstellen der treffenden Güter Pfarrer und Schullehrer zu präsentieren und können verlangen, daß für sie und ihre Familie beim Gottesdienst besonders gebetet werde." Seit dem brüderischen Teilungsvertrag von 1631, nach dem Gehard Siegmund Mengersdorf, zum alleinigen Besitz erhalten hatte und als selbständiges Rittergut fungiert, blieb das Patronat über die Kirche zu Mengersdorf mit den Besitzern des Gutes Truppach zur Hälfte geteilt. 1835 wurde das Patronat ganz auf Mengersdorf übernommen. Die Patronatslasten wurden 1935 durch einen Vertrag mit der Kirche ganz abgelöst.

In den Zeiten des 30jährigen Krieges, wo das mengersdorfer Schloß große Zerstörungen erlitt, wurde es von Gerhard Siegmund von Aufseß neu aufgebaut. 1830 müssen noch Reste des alten Schlosses vorhanden gewesensein. Wann und auf welche Weise das Schloß eingegangen oder abgetragen worden ist, konnte bis heute nicht festgestellt werden.

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