Schloss Frankenhaag

Das Rittergut
1386 wurde der Name Frankenhaag zum erstenmal urkundlich erwähnt, im Landbuch A des Amtes Bayreuth (s. HB Nr. 36). Der Ort gehörte in das Gericht -gen Beyerreut-, das Geschlecht -von Haynolt- residierte dort seit 1407. Zu diesem Zeitpunkt hatte Hermann Haynolt, Sohn des markgräflichen Küchenmeisters, den sogenannten -Frankenhof- von Friedrich Potzlinger erworben (Lehenbuch des Burggrafen Johann III von Nürnberg). Die Potzlinger saßen auch in Streit und in Obernsees. 1421 wird dieser Kauf des Hofes Franckenhag mit seinen Äckern, Wiesen, Wäldern und aller Zugehorung im Lehenbuch des Markgrafen Friedrich I bestätigt. Die -Von Haynolt- waren ein ritterliches Geschlecht, die auch in Mistelgau, Bindlach und Neukirchen Besitz hatten. Sie waren beim Markgrafen -Küchenmeister-, ein sehr hohes Amt im niederen Adel. Dazu hatten sie die Ehre, bei markgräflichen Bestattungen als Sargträger zu fungieren. Heinrich (Hans) Haynolt liegt in der Mistelgauer Kirche begraben. Seine Grabtafel findet sich rechts von der Kanzel im Kirchenschiff, sie zeigt unter anderem das Wappentier, einen Eber.

Die Haynolt konnten also sogenannte -Bauernmetzger- gewesen sein, die ihre eigenen Waren in einer Art -Selbstvermarktung- in der markgräflichen Küche anboten. Vorübergehend scheinen auch die Familie Voit (1478) und die Thurnauer Förtsch (1488) im Besitz des Frankenhaager Burggutes gewesen zu sein. Dieses Burggut war aber nicht die sogenannte Burg, die auf der Höhe zwischen Frankenhaag und Gaislareuth lag. Jene dürfte eine Fliehburg gewesen sein, wie man sie vielerorts vorfand.

Endgültig traten die Haynolt 1519 aus Frankenhaag ab, als sie das gesamte Gut an die Wirsberger für 156 Gulden verkauften. Im Lehenbuch von 1536 wird Sigmund von Wirsberg als Käufer bestätigt , er erhielt neben Glashütten, Wohnsgehaig und Plösen auch Frankenhaag samt dem Bauhof und sieben Söldengütern sowie die Klingenmühle, Hardt und Ochsenholz. Die Wirsberger besaßen nun ein ziemlich großes Herrschaftsgebiet. In Frankenhaag setzten sie einen Verwalter für den sogenqnnten Bauhof ein und einen Förster zur Aufsicht über die Wildfuhr. lm Markgrafenkrieg (1552 - 1554) stand Sigmund II in Diensten des Markgrafen Albrecht Alcibiades. Er war gemeinsam mit Moritz von Sachsen gegen Kaiser Karl V. gezogen. Bei einem Vergeltungsschlag der kaiserlichen Truppen wurde die Umgebung von Glashütten und Frankenhaag stark in Mitleidenschaft gezogen, die Orte boten ein verwüstetes Bild. Da Sigmund II ohne männliche Nachkommen blieb, starb die Linie der Glashüttener Wirsberger aus.

1575 verkauften die Wirsberger Glashütten und Frankenhaag, wie auch Plösen, Harloth und Wohnsgehaig an die Lüschwitzer. Im Lehenbrief des Markgrafen Georg Friedrich von Brandenburg vom 18.5.1575 wird Albrecht Gerhard von Lüschwitz als der Besitzer bestätigt. Da im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) das Glashüttener Schloß von den Kaiserlichen unter dem Marquis de Grana niedergebrannt wurde (1634), siedelte Heinrich Gerhard von Lüschwitz mit seiner Familie nach Frankenhaag über.

Das Schloß Frankenhaag
Ob jetzt Heinrich Gerhard von Lüschwitz oder sein Sohn Gerhard Christoph den Bauhof zum Schloß ausbauen ließ, ist ungewiß. Nach den Einträgen im Pfarrbuch dürfte es letzterer gewesen sein, denn nach Pfarrer F. Seggel soll dies im Jahr 1649 geschehen sein. Jedenfalls lebten beide in Frankenhaag, ehe sie nach Bayreuth übersiedelten und dort verstarben. Epitaphien in der Stadtkirche erinnern an sie.

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