Trubachtalweg

Sie sehen das Logo und Markierungszeichen des Wanderweges Trubachweg
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Der Trubachtalweg von der Quelle in Obertrubach bis zur Mündung in Pretzfeld

Markierung: Blauer Waagrechtstrich auf weißem Grund

Länge:  ca. 19 km

Ausgangspunkt des Trubachtalweges: ist der Parkplatz hinter dem Rathaus in Obertrubach, Teichstraße 5. Er verläuft zunächst im Trubachtal bis Wolfsberg und führt dann hoch zum Signalstein. Die weitere Route verläuft über Hundsdorf, Herzogwind in das Gründleinstal und zurück nach Obertrubach.
Der Weg ist auch mit dem oben dargestellten Markierungszeichen ausgeschildert.

Routenverlauf: Das Trubachtal gilt als mühlenreichstes Tal der Fränkischen Schweiz. Bis zu 26 Mühlen reihten sich an der Trubach und den Nebenbächen aneinander. Die Ziegelmühle, Reichelsmühle, Schlöttermühle, Hackermühle und die Mühlen im unteren Trubachtal waren durch alte Mühlenwege verbunden, auf denen die Einwohner der umliegenden Dörfer ihr Getreide zum Mahlen brachten. 

Ritterschilder entlang des Weges weisen auf Adelsgeschlechter und Besonderheiten hin.

Einkehrmöglichkeiten: Obertrubach, Reichelsmühle, Untertrubach, Egloffstein, Unterzaunsbach, Wannbach, Pretzfeld

Die Geschichte des Trubachtales: Rund 150 Millionen Jahre alt sind die Felsen des Trubachtales. Seit etwa 120 Millionen Jahren wurde die Oberfläche der Fränkischen Alb in mehreren unterschiedlich tief greifenden Verkarstungsphasen modelliert, bis endlich die tiefen Täler im Laufe der letzten 1 Million Jahre herauspräpariert worden sind.

Was sind dagegen etwa 8000 Jahre menschlicher Siedlungstätigkeit? Dennoch gelang es dem Menschen in dieser Zeit, die Landschaft grundlegend zu verändern. Ursprüngliche Natur ist nicht mehr zu finden, allenfalls vielleicht noch in den landwirtschaftlich niemals nutzbaren Felsgebieten. Und dort tummeln sich heute Freizeitsportler.

Die geologischen Bedingungen geben den Rahmen vor, in dem die menschlichen Besiedlungsphasen stattfinden. Die Möglichkeit der Besiedlung in eisfreien Gebieten während der Eiszeiten, die kargen Karstböden, die Wasserknappheit, die einerseits begrenzten und andererseits spezifischen und reichlich vorhandenen Rohstoffe z.B. für den Hausbau; das Zusammenspiel all dieser Parameter ist Thema des Trubachweges. Hier kann auf engstem Raum in 18 Stationen mit erklärenden Tafeln nachvollzogen werden, wie Geologie, Verwitterung, Mensch und Veränderungen der Umwelt durch die Jahrtausende menschlicher Besiedlung miteinander vernetzt sind. Die thematischen Schwerpunkte des Trubachweges ermöglichen es, aus dem Wissen um die Vergangenheit die Gegenwart besser zu verstehen, um darauf auch Erkenntnisse für zukünftige Entwicklungen erlangen zu können.

Das Trubachtal und seine weitere Umgebung ist weit über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt durch die jüngste Entwicklung in der Klettergeschichte bekannt geworden. Hier finden die Marksteine des Sportkletterns von Wolfgang Güllich und Kurt Albert. Sie locken weltweit die Kletterer an, um dort ihr Können zu messen.  Die Dolomit-Felsen des Trubachtals stellen in Form der bei Geowissenschaftlern bekannten "Schwammriffe" nur eine der Besonderheiten dar, die sich direkt auf die Kletterei auswirken. Die Griffigkeit und Rauhigkeit des oft zuckerkörnigen Dolomits, verstärkt durch das Herauswittern (Löcher, Schlitze) von Fossilien (Schwämme, Brachiopoden), sorgen oft für die besonderen Griffkombinationen, die das Klettern hier so einmalig machen.

Die Blumenpracht der fränkischen Felsen und ihrer unmittelbaren Umgebung gehört zu den artenreichsten Lebensgemeinschaften Mitteleuropas. Viele der Gräser und farbenprächtigen Blüten sind Abkömmlinge Licht liebender  Steppen- und Gebirgspflanzen, deren Hauptverbreitungsgebiete oft hunderte Kilometer entfernt sind. Nicht nur Pflanzen, auch Tiere haben sich auf das Leben an Felsen spezialisiert. So ernährt sich die Raupe des Apollofalters ausschließlich vom Weißen Mauerpfeffer, einer Pflanze der Felsköpfe. Schnecken sich auf den Kalk (Bausubstanz für das Gehäuse) sowie auf Algen und Flechten als Futter angewiesen. Die bekanntesten Felsenbrüter sind Uhu und Wanderfalke.

Die zunehmenden Kletteraktivitäten beeinflussen aber diese Flora und Fauna in immer stärkerem Maße. Um die Auswirkungen möglichst gering zu halten wurden die Fränkischen Kletterkonzepte, wie u.a. das Kletterkonzept Trubachtal entwickelt, die inzwischen bundes- und europaweit als Vorbild dienen.

Urkundlich erstmals erwähnt wurden das Trubachtal bzw. seine Siedlungen im Jahr 1007. Anlässlich der Gründung des Bistums Bamberg an Allerheiligen 1007 übergaben König Heinrich II. und seine Gemahlin Kunigunde aus ihrem Besitz 14 Orte rund um den alten Pfalzort Forchheim, darunter auch Obertrubach, dem Bamberger Bischof als Ausstattung für das neue Bistum. Doch besiedelt war das Trubachtal schon seit der Steinzeit. Artefakte, vermutlich gefertigt aus Hornsteinknollen, wie sie noch heute zwischen Schlöttermühle und Ziegelmühle zu finden sind, legen davon Zeugnis ab. Seit damals war der Mensch bestrebt, sich im Tal heimisch zu fühlen und sich die Natur nutzbar zu machen. Wasserräder, Ackerterassen, Hüllweiher, Hirtenhäuser sind noch Erinnerungen an frühere Nutzungen, aber sie werden immer seltener.

Entworfen und konzipiert wurde der Trubachweg von der Sektion Erlangen in Zusammenarbeit mit dem Institut für Paläontologie der Universität Erlangen. Beiträge zur Gestaltung der Tafeln kamen vom Institut für Geografie, dem Institut für Ur- und Frühgeschichte und dem Lehrstuhl für Angewandte Geologie. Mitglieder der Gemeinde Obertrubach haben Daten und Fotos zu Themen der Heimatkunde geliefert. Wesentliche Unterstützung hat das Projekt durch die Gemeinde Obertrubach und ihren Bürgermeister erhalten. Finanziert wurde das Projekt von der Gemeinde Obertrubach und über den Naturpark Fränkische Schweiz - Veldensteiner Forst aus Fördermitteln der EU.

Der Trubachweg bietet sich aufgrund der umfassenden Thematik (Geologie, Kultur, Klettern) für Schulungen geradezu an. Vielleicht wird auch der Deutsche Alpenverein diese Möglichkeit nutzen. In das Lehrangebot der Geowissenschaften der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg wird er vom kommenden Wintersemester an integriert werden.

Günther Bram, 29.07.2007

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