Fraischgrenze

Diese historische Grenzmarkierung geht auf Grenzstreitigkeiten zwischen dem Hochstift Bamberg und der Reichsstadt Nürnberg zurück. Nach jahrelangen Differenzen wurde im Jahre 1607 ein Vertrag über den Grenzverlauf geschlossen. Ausfluss dieses Vertrages ist die Markierung der Grenze mit den heute teilweise noch im Original erhaltenen Grenzsteinen. Diese Grenzzeichen dürfen zu den wohl schönsten in Franken gezählt werden.
  
"Trubach" (Obertrubach) war ein wichtiger Grenzpunkt zwischen dem Bistum Bamberg und der Reichsstadt Nürnberg. In alten Aufzeichnungen wird der Verlauf der festgelegten Grenze im Bereich von Obertrubach wie folgt beschrieben: " vom Plechstein in das Dorf Obertrubach, am Graben hinauf bis an die Kirche zum ersten Stein, der zunächst an der Kirche steht. Fürters den Steig hinauf den neuen Kohlberg zum zweiten Stein."
Die etwa 80 cm hohen Grenzsteine wurden in ziemlich kurzen Abständen gesetzt. Sie zeigen auf der einen Seite das Wappen des Hochstifts Bamberg mit dem des damals amtierenden Fürstbischofs von Gebsattel. Die andere Seite trägt das Wappen der Freien Reichsstadt Nürnberg. Über den Wappen befindet sich ein liegendes Schwert als Symbol für die Blutgerichtsbarkeit. Als Zeichen des Hohen Wildbannes befindet sich unter dem Wappen ein Hifthorn.
  
"Fraisch" – das ist ein schwer zu deutendes Wort, das heute vergessen ist. Es hängt zusammen mit der Blutgerichtsbarkeit, dem Recht, über Leben und Tod zu richten. Das war das oberste und ängstlich bewahrte Privileg der oft nur sehr kleinen Staatswesen früherer Jahrhunderte in Deutschland. Auch die Reichsstadt Nürnberg mit ihrem weitreichenden Landbesitz wachte eifersüchtig über dieses Recht. Am Verlauf dieser historischen Grenze orientiert sich heute ein Wanderweg, der aus dem Talkessel des Ortes Obertrubach nach steilem Anstieg am Kohlberg über Wälder und Fluren der Hochfläche bei Neudorf führt.

Teilen: