Die Mühlen im Trubachtal

19 Mühlen im Trubachtal, 26 Mühlen an Trubach und Nebenbächen waren einstmals von Obertrubach bis zur Mündung in die Wiesent bei Pretzfeld in Betrieb. Kaum zu glauben, dass das kleine Bächlein schon im oberen Talbereich ab Obertrubach die Kraft hatte, allein hier vier Mühlen auf kurzer Strecke anzutreiben.

Bereits kurz nach der Quelle ,nach dem Blechstein, befindet sich die heutige Hackermühle, erstmals 1547 als "Obermul" oder "Hackermul" genannt. Die Hackermühle, auch heute noch im Volksmund "Obermühle" genannt, war eine bekannte Mahlmühle des Obertrubacher-Betzensteiner Raumes.

Unmittelbar nach der Hackermühle hatte die Trubach schon wieder Kraft genug, um das Mühlrad der Schlöttermühle anzutreiben. Diese Mühle ist bereits 1504 erwähnt als "Schlatenmül" oder "Schlottermul". Der Gang des Mühlrades prägte sich schlatternd oder schlötternd ein.

Besonders gut erhalten ist die dritte Mühle im oberen Trubachtal. Dank des Besitzers erstrahlt das alte Gebäude in neuem Glanze. Die Ziegelmühle wird bereits 1383 als Besitz der Herren von Egloffstein genannt; 1503 wird sie als "Heinlesmühle" im Eigentum des Hochstifts Bamberg geführt. Seit 1820 ist die Mühle unter ihrem heutigen Namen bekannt.

Die Reichelsmühle, eine ehemalige Mahl- und Sägemühle ist heute ein modernes Sägewerk. Als "Hergotsmül" wird sie bereits 1383 genannt. Der heutige Name wird auf einen Besitzer ähnlichen Namens im Jahre 1547 zurückgeführt.

Im weiteren Verlauf des Trubachtales bis nach Pretzfeld folgende weitere Mühlen:

Hammermühle

Ehemals Eisenhammer, Mahl-und Sägemühle, bereits 1430 als Mühle erwähnt. Heute als Sägewerk betrieben.

Bärenthalmühle

1504 als „Berntal“ erwähnt. Einst im Besitz der Herren von Egloffstein, deren Wappen den Bärenkopf aufweist.
1718 Schmiedsmühle derer von Egloffstein.

Egloffsteiner Mühle

Ursprünglich eine reine Mahlmühle. 1670 wird Hannß Eckhart als Mühlenbesitzer genannt. Erst 1722 wird ihr noch eine Schneid-oder Sägemühle angegliedert. Die Mahlmühle unterstand dabei dem Egloffsteinschen Kastenamt Kunreuth, die Sägmühle dem Rittergut Egloffstein. 
Der Zeitpunkt der Errichtung der Mehlmühle liegt im dunkeln.

Mostvieler Mühle

Die Entstehung der Mühle ist nicht eindeutig belegt. Sie könnte zwischen dem 13.und 16. Jahrhundert  gewesen sein. Bis 1810 gehört die Mühle zum Besitz der Freiherrn von Egloffstein. Seit 1865 ist die Mühle im Besitz der Familie Hofmann.
Von 1950 bis 1997 betreibt der letzte Besitzer Hans Hofmann die Großbäckerei „Egloffsteiner Brot“, das in ganz Bayern bekannt war.

Schweinthaler Mühle

1596 erste urkundliche Erwähnung unter dem Besitzer Hans Michelzöberlein, unterstellt dem Landalmosenamt Nürnberg. Ehemalige Mühle mit 2 Mahlgängen, einem Ölschlag und Schneidesäge.

Unterzaunsbach - Obere Mühle – Hausnummer 9

1513 erster Hinweis auf die Mühlgerechtigkeit, als Hans Tetzel, Forchheimer Bürger die Mühle an das Kartäuserkloster Nürnberg veräußert. 
Lehen:  Kartäuserkloster Nürnberg bis 1525, Reichsstadt Nürnberg bis 1806, König von Bayern bis 1848
1924 brennt die Mühle nieder, im Jahr darauf Errichtung eines neuen Mühlgebäudes, 1974 nochmaliger Umbau. In den 1970er Jahren wird das Müllerhandwerk eingestellt.

Unterzaunsbach – Untere Mühle – Hausnummer 27

Grundherr: Die Herren von Wiesenthau bis 1415
Lehen: Kartäuserkloster Nürnberg bis 1525, Reichsstadt Nürnberg bis 1806, König von Bayern bis 1848
Die alte Mühle mit fränkischem Satteldach wird 1881 durch das noch heute stehende Gebäude ersetzt. Das Mahlen wird nach dem Tod des letzten Müllers in den 1970er Jahren eingestellt.

Lützelsdorfer Mühle - Hausnummer 9

1481 erste Erwähnung beim Stadtgericht Nürnberg, als unter Gliedern der Patrizierfamilie Schlüsselfelder eine Erbteilung stattfand.
Grundherren: Kartäuserkloster  Nürnberg bis 1525, Reichsstadt Nürnberg bis 1806, König von Bayern bis 1848.
1970 Stilllegung der Mühle. Die im Jahre 1816 errichtete Mühle wird 1980/81 eingelegt und durch ein modernes zweigeschossiges Wohnhaus ersetzt.

Pretzfeld – Obere Mühle – Hauptstr. 4

1472 erste Erwähnung beim kaiserlichen Landgericht Bamberg.
1531 Verzeichnung im Lehensbuch  der Herren von Gottsmann; seit 1675 erscheint das Lehen als Mahlmühle mit vier Gängen und einer Schneidmühle. 1637 wird die Mühle durch den Einfall der Schweden ein Opfer der Flammen, um 1642 Wiederaufbau der Mühle.
Heute wird der Garten als Abbundplatz einer Zimmerei genutzt, der alte Stadel steht noch.

Pretzfeld – Untere Mühle – Walter-Schottky-Str. 13

1444 erster schriftlicher Hinweis beim Ebermannstädter Vogt
1653 laut einer Steuer-Revisionsbeschreibung wird die Mühle als Mahl- und Schneidmühle bezeichnet
1667 fällt die Mühle einem Brand zum Opfer
1668 Wiederaufbau (noch heute befinden sich in einem Fachwerkbalken die Initialen GDM die Georg Distler Müller bedeuten)
1848 das Kataster verzeichnet die Mühle mit zwei Mühlgängen, einem Schneidegang und einem Ölschlag.
1974 wird der Betrieb der Mahlmühle eingestellt. Heute ist das Anwesen unbewirtschaftet und unbewohnt.

Kleines Mühlenmuseum

Bäckermeister Erich Wirth hat in seiner Pension Mühle in Egloffstein, Talstraße 10, ein kleines Mühlenmuseum eingerichtet.
Erich Wirth kann aus seinem reichen Erfahrungsschatz anschaulich erklären, wie mit dem alten Mahlstock gearbeitet wurde und so manche Anekdote zum besten geben.
Besichtigung auf Anfrage unter Tel. 09197 / 62 66 78 oder 1544.

Quellen: „Pretzfeld II“ von Glas Reinhold, Verlag Palm & Enke, Erlangen, 2007
              ISBN 978-3-7896-0678-6 (Mühlen Unterzaunsbach und Lützelsdorf)
              „Pretzfeld“ von Glas Reinhold, Verlag Palm & Enke, Erlangen, 1994
              ISBN 3-7896-0538-7 (Mühlen Pretzfeld)

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