Deutsches Kameramuseum in Plech

Das Konzept des Deutschen Kameramuseums in Plech lautet schlicht und einfach: die Alltagsgeschichte der Fotografie zu zeigen und dabei vor allem die deutschen Erzeugnisse der 50er und 60er Jahre in Erinnerung zu rufen. Natürlich dürfen aber auch Exoten nicht fehlen.

Der “Museumsförderverein Deutsches Kameramuseum in Plech e.V.” betreibt das Museum, das in Räumen der Marktgemeinde Plech untergebracht ist. Eigentümerin der Exponate ist die gemeinnützige “Stiftung Kameramuseum Kurt Tauber”, die die Exponate dem Museum unentgeltlich zur Verfügung stellt.

Ein gern fotografiertes und gefilmtes Schmuckstück im Plecher Museum: der wieder originalgetreu aufgebaute Fotoladen Fischer aus Rhauderfehn in Ostfriesland. Die Möbel stammen aus dem Jahr 1956.

1: Kamera-Saal
Eigentlich ein 20 Meter langer und drei Meter breiter Gang vom Treppenhaus zu zwei früheren großen Klassenzimmern und einem kleineren Computerraum. In diesem hellen Gang zeigt eine Zeitschiene die rasante Entwicklung der Kameratechnik seit Erfindung der Fotografie auf und macht die Besucher mit Exponaten in vorerst sechs Glasvitrinen chronologisch mit typischen Beispielen der jeweiligen Zeit vertraut.
Die siebte Vitrinen enthält bereits die erste Sonderausstellung mit Erzeugnissen der Nürnberger Firma Carl Braun.
Die beleuchtbaren Vitrinen mit den stattlichen Ausmaßen von jeweils 100 x 50 x 180 Zentimeter (Bild rechts) lassen - übersichtlich nach Jahrzehnten aufgeteilt, die Meilensteine der deutschen und internationalen Kameraindustrie wieder aufleben.
Von der deutschen Agfa-Box bis zur schwedischen Hasselblad, von der legendären Leica bis zur billigen Pocket-Werbe-Kamera, von einer der ersten Spiegelreflexkameras Marke Voigtländer in der Größe zweier Schuhkartons bis zur berühmten James-Bond-Spionagekamera Minox sind viele bekannte und unbekannte Fotoprodukte im Original zu bestaunen. Weiter geht es in die Abteilung...

2: Großgeräte, Reprotechnik und Labor
Hier dominiert die Falz & Werner, eine 4,40 Meter lange Reprokamera aus Holz (Baujahr 1928), den sieben mal zehn Meter großen  Saal, der auch weitere Großbild- und Studiokameras, Laborgeräte und diverse außergewöhnliche Geräte präsentiert.
Darunter ein Exponat, das schon zu den erklärten absoluten Lieblingsstücken fast aller Besucher zählt: ein Planox-Heidoplast-Stereobildbetrachter von Franke & Heidecke (Rollei), der beweist, dass 3-D-Fotos keine Erfindung der heutigen Zeit sind, sondern schon in den Zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts in den gutbürgerlichen Wohnzimmern für Begeisterung sorgten.

3: Fotoladen anno 1956

Möbel und sonstiges Interieur eines ehemaligen Fotofachgeschäft aus Rhauderfehn in Ostfriesland wurden vor wenigen Jahren nach dem Tode des letzten Inhabers nach Plech verfrachtet und mit Originaldekorationen wieder neu aufgebaut - einschließlich vieler der damals angebotenen Fotoartikel, der früheren Filmbestelltüten, Firmenstempel, Einkaufstüten aus Plastik, des Geschenkeinwickelpapiers und der Original-Leuchtreklamen...
Man fühlt sich beim Betreten des Raumes sofort wieder wie "beim Photographen" und nicht wie an der unpersönlichen technisierten Fototheke im heimischen Drogeriemarkt, wo man seine Digitalbilder selbst in den Printer übertragen muss.
Dies sind - neben einer Vielzahl weiterer Einzelgeräte auch aus dem Bereich Film und Projektion die "Abteilungen" die jetzt schon zu sehen sind. Im Laufe der nächsten Monate werden ein weiterer sieben mal zehn Meter großer Saal und das Treppenhaus in den Ausstellungsbereich mit einbezogen. Und auch im "Kamera-Saal" (dem Gang) werden bis zur offiziellen Einweihung an Pfingsten weitere Themen in zusätzlichen Vitrinen aufgearbeitet und präsentiert.

Grundriss des Kameramuseum

Besondere Exponate oder Schwerpunkte der Sammlung     
- Kompletter Fotoladen mit Mobiliar aus den 50er Jahren
- Hölzerne Riesen-Reprokamera von 4,40 Metern Länge (Baujahr 1928)
- Hochgeschwindigkeitsvideokamera mit bis zu 3.500 Bildern pro Sekunde
- Crass-Trickfilmtisch für 35-mm- und 16-mm-Kinofilme
- Herausragende Exponate zum Thema Stereofotografie/3 D
- Funktionsfähiges Fotolabor aus der Redaktion Pegnitz des Nordbayerischen Kuriers
- Geräte-Sammlung und Archiv der Nürnberger Firmen Carl Braun (Kameras, Diaprojektoren) und Foto Quelle (Revue) mit über 75 Foto-Quelle-Katalogen
- Über 5000 Original-Bedienungsanleitungen, hunderte von Fachbüchern
- Insgesamt mehr als 13.000 Exponate, darunter alleine 5.000 Foto- und Filmkameras, Projektoren, Objektive - darunter 1.500 verschiedene Pocketkameras aus aller Welt

Öffnungszeiten:     
Das Deutsche Kameramuseum in Plech ist von Februar bis November sonntags jeweils von 11 bis 17 Uhr sowie nach telefonischer Vereinbarung geöffnet; Gruppen nach telefonischer Vereinbarung unter der Rufnummer 0 92 44/9 82 54 99. Tagesaktuelle Öffnungszeiten unter: http://www.kameramuseum.de/geoeffnet.html

Telefonnummer/Anschrift:     
Sie finden das Museum in D-91287 Plech, Schulstraße 8; Telefonnummer für Terminvereinbarungen: 09244/9825499

Eintrittspreise:     
3,50 Euro für Erwachsene,
2,50 Euro für Kinder ab 14 Jahre, Jugendliche, Schwerbehinderte usw.
2,50 Euro pro Person bei Gruppen ab 10 Personen.
8,00 Euro für Familien

Wenn eine Führung gewünscht wird (Dauer: 60 bis 120 Minuten, je nach Interesse) ist zusätzlich ein Aufpreis von 20 Euro für den Museumsführer zu bezahlen.

Weitere Informationen finden Sie hier: www.deutsches-kameramuseum.de

Impressionen aus dem Kameramuseum

Kameramuseum Plech
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