Historischer Rundgang Rund um Waischenfeld

Marienkirche Seelig
Marienkirche Seelig

Die erste Station ist die Mühle Gutenbiegen an der Wiesentschleife nördlich von Waischenfeld. Die Familie Wehrl ließ zunächst im Jahre 1892 die Mahlmühle mit drei Wasserrädern umbauen und mit einer Francisturbine ausrüsten. 1896 erhielt auch die Sägemühle, oberhalb liegend ebenfalls eine Turbine. Es sind heute also eigentlich zwei Mühlen. Ab 1910 konnte in Waischenfeld auf Petroleumstraßenlampen ganz verzichtet werden, nachdem die Mühle Gutenbiegen mit ihrem Wasserkraftwerk die Stadt auch mit Strom versorgte. 1919 waren alle 158 Haushalte mit Strom versorgt.

Eine besonders reizvolle Station ist dann die Alte Mühle in Nankendorf aufgrund ihrer Lage an der Wiesent. Diese befindet sich seit dem 16. Jahrhundert im Besitz der Familie Sebald. Bis 1992 wurde sie noch als Getreidemühle verwendet, heute dient sie nur noch der Stromerzeugung. Sehenswert ist hier vor allem das unterschlächtige Wasserrad, eines von ehemals drei Mühlrädern hintereinander.

Weiter führt der Weg hinauf zur Aukapelle Nankendorf die 1718 erbaut wurde. Mittelpunkt der Aukapelle ist ein Barockaltar mit einem Gemälde aus dem Jahr 1815 von Jacob Adam Link nach einer Vorlage des bekannten Künstlers Lucas Cranach. Einst war die Aukapelle eine bedeutende Wallfahrtskapelle der Pfarrei Nankendorf.

Station vier ist dann die Kirche St. Martin Nankendorf die zu den ältesten Kirchen Ostfrankens zählt und noch vor Gründung des Bistums Bamberg (1007) bestand. Die heutige Kirche wurde 1746 bis 1748 erbaut und von Fürstbischof Anton Philipp von Frankenstein dem heiligen Martin geweiht.

In der Nachbarortschaft Löhlitz wollte man schon immer eine eigene Kapelle haben. Diese konnte aber erst 1998 nach viel Eigenleistung der Ortsbewohner eingeweiht werden.
Sie trägt die Nummer fünf und die Nummer sechs ist die wesentlich ältere Kapelle in Zeubach die 1891 in der Ortsmitte erbaut und dem heiligen Laurentius geweiht wurde. Sehenswert in ihr vor allem der neuromanische Holzaltar.

Von dort aus geht es steil bergan nach Hannberg zur dortigen Dorfkapelle die nach einer großzügigen Stiftung des nach Amerika ausgewanderten Hannbergers Johannes Schmitt im Jahre 1927 eingeweiht werden konnte. Besonders erwähnenswert ist in der Hannberger Kapelle der barocke Altaraufbau und das handgeschnitzte Holzkreuz aus dem 16. Jahrhundert.

Die kleine Kapelle im Nachbarort Langenloh ist eine der ältesten Dorfkirchen der Pfarrei Waischenfeld. Erbaut 1654 nach den Wirren des 30-jährigen  Krieges mit Figuren der Gottesmutter, des heiligen Wendelin und dem Herzen Jesu.

Von dort aus führt der Weg nach Eichenbirkig, zum heutigen Gut Schönhof mit dem 1720 errichteten Gutshaus in dem heute die Gutschänke untergebracht ist. Ehemals ein Gut des Grafen von Schönborn und noch heute sehenswert.

Unweit davon steht die kleine Eichenbirkiger Dorfkapelle aus dem Jahre 1872 in neugotischem Stil. Sie beherbergt ein Kruzifix aus dem 18. Jahrhundert, eine Marienstatue von 1459 sowie daneben Heinrich und Kunigunde, die Namenspatrone.

Nummer elf ist die Burg Rabeneck, eine Burganlage aus dem Mittelalter die erstmals 1231 urkundlich erwähnt ist. Von der einstigen Vorburg sind heute nur noch wenige Reste übrig geblieben. Von ihr hat man einen zauberhaften Blick in das obere Wiesenttal. Besonders sehenswert dort ist die Burgkapelle Rabeneck, die auf einem schmalen Felsvorsprung unterhalb der Burg Rabeneck liegt und die 1412 erbaut wurde. 1700 wurde sie barockisiert. Im Volksmund erzählt man sich, dass derjenige der Zahnschmerzen hat nur einmal um die Kapelle herumlaufen müsse um diese loszuwerden. "Man bedenke die Lage"

Von Rabeneck führt der Weg hinunter nach Köttweinsdorf zur dortigen Kapelle, erbaut in den Jahren 1948 bis 1952 aus fränkischen Dolomitsteinen.

Vor Köttweinsdorf in Richtung Moschendorf findet der Wanderer die sogenannte "Weiße Marter". Eine 4,80 Meter hohe Bildsäule die als schönste Marter der Fränkischen Schweiz und als größte Dreifaltigkeitsstatue Deutschlands gilt. Errichten lies sie der Kronacher Metzgermeister Otto Wich 1769 nach Überwindung einer schweren Krankheit.

Nächste Station ist Kapelle in Saugendorf die älter sein dürfte als die Jahreszahl 1897 unter dem Glockenturm. Im Inneren ein neugotischer Altar mit der Himmelsgöttin in der Mitte.

Auf die Zeit des Barocks geht der Bau der Kapelle im Nachbarort Gösseldorf zurück. Patron ist der heilige Laurentius.

Die Kapelle Seelig trägt die Nummer 16.
Der von den Stauffenbergern um 1750 gestifteten Rokokoaltar befindet sich nun in der Kapelle in Hubenberg. Diese Kapelle ist die nächste Station.
Weiter geht es nach Breitenlesau zur Brauerei Krug, einem Fachwerkhaus aus dem 17. Jahrhundert das früher Poststelle des Handelsweges von Bayreuth nach Nürnberg war.
Dort steht auch die katholische Kirche Breitenlesau, erbaut nach den Plänen des Bamberger Baumeisters Fuchsenberger und eingeweiht 1934 durch Erzbischof Jakobus Hauck und mit barockem Hochaltar.

Weitere Sehenswürdigkeit in Breitenlesau ist die sogenannte über 400 Jahre alte "Russenlinde" unter der ein Kruzifix mit steinerner Gedenksäule steht. Der Legende nach soll an dieser Stelle ein russischer General plötzlich verstorben und dort auch begraben sein.

Weiter führt der Weg zur 1911 eingeweihten Kapelle in Siegritzberg und Nummer 21 ist die 1866 errichtete Kapelle in Heroldsberg mit herrlichen Figuren der Mutter Anna sowie der Heiligen Wendelin und Sebastian. Letzte Station ist die erstmals im 14. Jahrhundert urkundlich erwähnte Mühle Rabeneck. Während einer Hochzeitsfeier 1780 brannte sie teilweise ab und wurde drei Jahre später mit drei Wasserrädern wieder aufgebaut.

Die Broschüre gibt es für eine Schutzgebühr von 1 Euro bei der Tourist-Information Waischenfeld.

Marienkirche Seelig
Marienkirche Seelig
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