Hannberg

Dorfkapelle Hannberg.
Dorfkapelle Hannberg.

Aus der Geschichte Hannbergs

Von Josef Richter

Erstmals wird Hannberg 1405 als Berg des Hanno genannt. 1461 wird ein Gut zu Hannberg erwähnt. Dieses Gut gehört zum Motschiedler'schen Burggut in Waischenfeld. In einem Schiedsspruch in Sachen des Bischofs Georg I. von Schaumberg und der Gerhaus Schenkin, der Witwe des Schultheißen Hans Schenk, wird entschieden, daß der Witwe des Hans Schenk noch für eine bestimmte Zeit die Nutznießung des Motschiedlerischen Burggutes in Waischenfeld und damit auch des dazugehörigen Gutes in Hannberg zugestanden wird. Dann mußte sie aber auf das Burggut verzichten. Am 10. 8. 1462 verbrannte Kunz von Lüchau, Marschall Albrechts von Brandenburg, nach seinem abgeschlagenen Angriff auf Kemnath am 8. 8. 33 462 eine große Reihe bambergischer Dörfer, darunter auch Hannberg. Ab 16. 2. 1820 gehörte Hannberg zu dem Patromonialgericht der Freiherrn v. Seefried zu Buttenheim und Adlitz.

In der Pfarrchronik von Waischenfeld steht 1871 der Eintrag: Hannberg, Dorf auf den Bergen, hat reichlich Wasser, hat wohlhabende Bauern, die sich in neuerer Zeit stattliche Häuser, zweistöckig und mit Schiefer gedeckt, erbauten. Ein Haus ist genannt Rathaus, wo beraten wurde von der ganzen Umgegend. Ein anderes Haus heißt Spital. Als Waischenfeld noch für sich allein eine Pfarrei bildete, wurden hierher an Sonntagen die Kranken gebracht, um von einen nach Gößweinstein reisenden Hollfelder Kaplan versehen zu werden.

Die alte Kapelle in Hannberg
Die erste bekannte Kapelle in Hannberg, Pfarrei Waischenfeld, stand auf Gemeindegrund zwischen der Dorfstraße und dem Wohnhaus Jöbstel, Hannberg 21. Sie war dem hl . Johannes dem Täufer geweiht. Die aus Natursteinen erbeute eingewölbte Kapelle maß in der Länge ca. 3m und in der Breite ca. 2,50 m. In der Apsis verengte sie sich auf ca. 1,50 m. Über dem kleinen Altärchen war ein Wandgemälde, das wohl die heiligste. Dreifaltigkeit darstellte. Davor stellte Georg Neuner, Hannberg 13, ein von ihm aus zusammengeklebten und gekerbten Stücken von Zigarrenschachteln gebasteltes Kreuz. Weil es in einem verglasten Holzkasten stand, verdeckte es zum Teil das Wandgemälde. Heute ist es im Besitz von Familie Neuner, Hannberg 13. In der Kapelle stand auf der einen Seite eine etwa 40 cm hohe Figur des hl. Wendelin, die heute in der Familie Richter, Hannberg 7, aufbewahrt wird. Auf der anderen Seite befand sich der Schmerzensmann, der einige Jahre nach dem Abbruch der Kapelle etwa 1935 durch den damaligen Kaplan Johann Fiedler, Hannberg 8, an den Fotografen Carl Bauer in Bamberg verkauft wurde. Der Schwiegertochter von Carl Bauer ist dieser eindrucksmächtige Schmerzensmann eine liebe Erinnerung an ihren jüngst verstorbenen Mann Carlheinz Bauer, der diese Figur sehr hochgeschätzt hatte. Der enge Altarbereich mit dem Figurenschmuck war durch ein Gitter gesichert, ähnlich wie die Kapelle am Kerwaweg. Die Glocke im Turm über der Mitte der Kapelle mahnte die Dorfbewohner dreimal am Tag zum Gebet des Engel des Herrn und lud sie zum Maigebet. In dem nur vom Kerzenschein erhellten fensterlosen Raum fanden außer der Vorbeterin nur wenige Gläubige Platz. Die anderen standen auf dem Weg oder saßen auf einem Balken am Gartenzaun des Anwesens Fuchs. Das Amt der Vorbeterin versah Margareta Neuner, Hannberg 7, die unverheiratete Tochter des Ortsvorstehers. Nach ihrem Tod am 7. 10. 1911 übernahm dieses Ehrenamt Barbara Schrüfer, Hannberg 23, die Tochter des damaligen Ortsvorstehers, nun verheiratete Maier. Etwa 1933 wurde die alte Kapelle abgebrochen.

Das Testament des Johann Schmitt 1920 verstarb in Buffalo in Nordamerika Johann Schmitt. Er war am 19. März 1858 in Hannberg, Hausnummer 19 (Störn), geboren und am 21. März 1858 in Waischenfeld getauft worden. Als armer Hutjunge wanderte er nach Amerika aus und wurde offensichtlich wohlhabend. Er blieb unverheiratet. Er vermachte sein beträchtliches Vermögen meist für Kirchen und Wohltätigkeitsanstalten, Schulen, christliche Vereine in Buffalo. 600 Dollar vermachte er der Roman catholic Church of Hannberg für die Armen der Kongregation Hannberg. Die Hannberger wollten das Geld (38 000 M nach deutscher Valuta) für ihre Kirche, eine kleine Kapelle, beanspruchen. Gegen dieses Begehren der Hannberger faßte die Kirchenverwaltung Waischenfeld unter Pfarrer Johann Gerstacker am 16. November 1920 folgenden Beschluß. Die Bewohner Hannbergs besuchen die Kirche von Waischenfeld, hier werden sie getauft, gefirmt, hier empfangen sie die erste heilige Kommunion sowie die übrigen Sakramente. Die Kirche von Hannberg ist die Pfarrkirche von Waischenfeld. Die Vertretung der römisch kath. Kirche von Hannberg ist die kath. Kirchenverwaltung Waischenfeld. Offensichtlich entstand zwischen Hannbergern und der Kirchenverwaltung Waischenfeld ein erbittertes Ringen um diese Erbschaft. Obiger Beschluß der Kirchenverwaltung Weischenfeld erscheint folgerichtig. Doch war zu dieser Zeit die für Hannberg zuständige Kirchenverwaltung die von Nankendorf, deren Vorsitzender aber auch der Pfarrer von Waischenfeld war. Obwohl die Kirchenverwaltung Waischenfeld einstimmig beschlossen hatte, dem Bankier A. E. Wassermann von Bamberg Vollmacht zu erteilen, die Erbschaft im Namen der Kirchenverwaltung Waischenfeld in Empfang zu nehmen und der Kirchenverwaltung zu übermitteln , kam sie anscheinend - zumindest zunächst - nicht in den Besitz des Vermächtnisses. Die Hannberger drohten mit Prozeß, bis Testamentsvollstrecker Zenner in Buffalo die Kirche von Nankendorf als zuständig erklärte. Nun finden sich aber weder in der Kirchenstiftungsrechnung Waischenfeld noch in der von Nankendorf Aufzeichnungen über den Eingang dieser Erbschaft. Andererseits heißt es in der Pfarrchronik S.231.- Von den Zinsen werden Arme aus Hannberg unterstützt. Offenkundig ist das Geld aus Amerika eingegangen, ohne daß nach gewiesen werden kann, in welche Stiftung oder Kasse es geflossen ist. Nach sehr zuverlässiger mündlicher Überlieferung wurden von dem Erbe Walchensee-Anleihen gekauft. Solche finden sich nicht in der Kirchenstiftungsrechnung Nankendorf, sondern in der von Waischenfeld, und zwar noch nicht im Verzeichnis des Kapitalienbestandes Ende 1920. Aber am 19. November 1924 führt der kurz zuvor nach Waischenfeld gekommene Pfarrer Michael Schütz im Verzeichnis der noch vorhandenen Stiftungskapitalien der kath. Pfarrkirchenstiftung Waischenfeld zwecks Anmeldung wegen etwaiger Aufwertung Walchensee-Anleihe E Nr. 299116 zu 10.000, M Walchensee-Anleihe C Nr. 93098 zu 50.000 Mark an. Da in der Kirchenstiftungsrechnung Waischenfeld für die Zeit von 1921 bis 1923 der Kapitalienstand nicht ausgewiesen ist, läßt sich nicht feststellen, wann und von welchem Geld die Walchensee-Anleihe gekauft wurde. Im Brief vom 18. Mai 1928 schrieb der damalige Kaplan Johanrich Fiedler, Hannberg 8, daß Stadtpfarrer Michael Schütz aus den finanziellen Schwierigkeiten durch die Zuwendung der amerik. Testamentsgelder, soweit sie die Inflation überdauert haben, half. Diese Zuwendung wurde aber damals noch nicht öffentlich bekanntgegeben, um nicht einigen ohnedies schon unruhigen Pfarrangehörigen neues unnötiges Streitobjekt zu bieten. Im Kassenbuch des Kirchenvereins Hannberg wurden unter Einnahmen vom Pfarramt Waischenfeld in drei Raten insgesamt 1.480 Mark aufgeführt. Über diese dreimalige Zahlung ist aber weder in der Kirchenstiftungsrechnung Waischenfeld noch in der von Nankendorf ein Eintrag unter Ausgaben zu finden. Auffallend ist, daß am 7.1.1929 die Walchensee-Anteile nicht mehr im Kapitalienbestand der Kirchenstiftung Waischenfeld auftaucht. So liegt die Vermutung nahe, daß das Geld aus dem Vermächtnis von Johann Schmitt tatsächlich in Walchensee-Anleihen angelegt wurde, diese Anleihe aber von dem erst kurz zuvor nach Waischenfeld gekommenen Pfarrer Michael Schütz irrtümlich dem Kirchenstiftungsvermögen Waischenfeld zugerechnet wurde. Die wohl vom Vermächtnis des Johann Schmitt gekauften Walchensee-Anleihen haben anscheinend ein Sonderdasein geführt. Es finden sich in den Kirchenstiftungsbüchern von Waischenfeld und Nankendorf keine Unterlagen über eingehende Erträge und keine Auszahlungen an Arme von Hannberg. Wie der Weg des Geldes aus dem Vermächtnis des Johann Schmitt auch war, für Hannberg war wichtig, daß es schließlich doch die nach der Inflation noch verbliebene Summe von 1.480 Mark zur Finanzierung der Dorfkapelle erhielt.

Die Gründung des Kirchenvereins Hannberg

Der seit vielen Jahren bestehende Wunsch nach einer größeren Kapelle in Hannberg fand starken Auftrieb durch das Vermächtnis des Johann Schmitt. Herr Johann Schmitt, Hannberg 16, der Hannesnbauer, nahm sich zum Dank für glückliche Heimkehr aus französischer Kriegsgefangenschaft dieses Anliegens sehr energisch an. Um in Hannberg eine katholische Kirche herzustellen und zu unterhalten, wurde der Kirchenverein Hannberg gegründet. Am 26. Juni 1921 versammelten sich im Hause des Ortsführers Schrüfer zu Hannberg eine Anzahl Männer von hier und beschlossen, einen Verein zur Erbauung einer kath. Kirche in Hannberg zu gründen. Die Versammlung wählte zum Vorsitzenden Herrn Ortsführer Schrüfer von Hannberg. Es wurden die bereits besprochenen Statuten des neuen Vereins aufgestellt, vorgelesen, einstimmig angenommen und unterschrieben. In das Mitgliedsverzeichnis des Kirchenvereins Hannberg schrieben sich in nachahmenswerter Einigkeit alle 19 Familienvorstände des Dorfes ein. Nur die Unterschrift des Herrn Kaspar Berner, der evangelisch war, fehlt verständlicherweise. Am 13. August 1921 wurde der Katholische Kirchenverein Hannberg beim Amtsgericht Pottenstein in das Vereinsregister eingetragen.

Die Tätigkeit des Kirchenvereins Hannberg. Soweit nachweisbar war die Tätigkeit des Kirchenvereins Hannberg in dem Bemühen um die Erbauung der neuen Kirche sehr gering. In der 2. Versammlung am 30. Januar 1922 wurde lediglich für den verstorbenen 2. Vorstand Fritz Schmitt als Nachfolger Georg Neuner, Hannberg 13, gewählt. In der 3. Versammlung am 25. Mai 1926, also schon nach Baubeginn, wurde nur beschlossen, den Jahresbeitrag auf 2 RM festzusetzen. Über die 4. Versammlung wird einzig die Neuwahl der Vorstandschaft durch die 10 anwesenden Mitglieder vermerkt. Außer zu ihrer Gründung trat die Vorstandschaft erst wieder am 27. Januar 19Z7 zusammen und faßte als einzigen Beschluß den Ausschluß von 4 namentlich aufgeführten Mitgliedern, weil sie mit 2 Jahresbeiträgen im Rückstand geblieben waren. Offenkundig wurden alle Maßnahmen für die Erbauung der Kirche durch den 1. Vorsitzenden weitgehend allein und außerhalb des Kirchenvereins vorangetrieben.

Baugeschichte
Der Bauplatz. Die Suche nach einem passenden Bauplatz scheint schwierig gewesen zu sein. Zunächst war daran gedacht, die Kapelle in der Nähe vom Hannesnbauer gegenüber dem Anwesen Roppelt, Hannberg 18, auf den Grund von Schrüfer, Hannberg 23, oder Schmitt, Hannberg 19, zu bauen. Doch schien dieser Platz zu abseits zu liegen. Die Fläche beim Schmiedshaus schied aus, weil dort das Wasser zu hoch anstand. Schließlich schenkte die Ruthausbäuerin, Margareta Neuner, Hannberg 22, ihren Gemüsegarten gegenüber ihrem Anwesen. Es hätte kaum ein günstigerer Platz gefunden werden können als hier bei der Dorflinde gegenüber vom Ruthausbauern, dem ehemals wohl bedeutendsten Anwesen des Dorfes, in Sichtweite der alten Kapelle.

Der Bauplan. Den Auftrag für die Erstellung des Planes erhielt Herr Arthur Weiß, Baumeister am Bezirksamt Pegnitz. Am 28. März 1926 stellte er eine Rechnung für Herstellung eines Planes über den Neubau einer Ortskapelle für Ortschaft Hannberg aus. Der geringe Rechnungsbetrag von 39,40 RM erklärt sich daraus, daß der Bauplan eher einer Bauskizze gleicht. Das zuständige Bezirksamt Pegnitz erteilte die Baugenehmigung am 8. Juni 1926. Der erzb. Behörde in Bamberg wurde der Plan niemals vorgelegt. Dagegen wurde er sowohl vorn Landesamt für Denkmalspflege als auch vom Kunstausschuß in München genehmigt.

Die Vorarbeiten. Am 10. Februar 1925, mehr als ein Jahr vor Fertigstellung des Bauplanes, begannen Schrüfer, Hannberg 23, Fiedler, Hannberg 17, Schmitt Johann Georg, Hannberg 16, Richter, Hannberg 7, und Fiedler, Hannberg 8, mit dem Brechen der Steine am "Kapellenstein" im Hannogrund auf dem Feld von Christoph Neubig. An weiteren 12 Arbeitstagen beteiligten sich im Wechsel alle 19 Familien von Hannberg, wenn auch sehr unterschiedlich. Am 17. und 18. März 1925 wurden 18 Fuhren Steine an den Bauplatz gefahren. Im März des folgenden Jahres wurde mit dem Fahren des Bauholzes begonnen. 7 Fuhren wurden vom Erzloch gemacht, davon 2 zur Säge nach Gutenbiegen. 2 Fuhren gingen von der Rösleiten zur Gutenbiegen. Die von der Gemeinde Langenloh gestiftete Fichte wurde zur Guten -biegen, die von der Gemeinde Waischenfeld gegebene Föhre zur Hammermühle gefahren. Nach Hannberg kamen 3 Stamm von der Rösleiten. Je einen Stamm hatten Fiedler, Hannberg 8, Roppelt, Hannberg 18, Neuner, Hannberg 22, Richter, Hannberg 7, Fiedler, Hannberg 17, Adelhardt aus Neusig und Brendel aus Zeubach gestiftet. Vom 21. bis 24. April 1926 und am 15. Mai 1926 wurden nochmals Steine gebrochen. Im Mai 1926 muß ein sehr reger Fahrbetrieb zur Baustelle geherrscht haben. Zunächst wurden 38 Fuhren Steine gefahren. Ab 7. Mai wurden vom Sandloch in Oberailsfeld 20 Fuhren durch Gespanne aus Hannberg und 10 durch Gespanne aus Langenloh durchgeführt. Am 12. Mai wurden 4.200 Backsteine vom Bahnhof Plankenfels nach Hannberg gefahren, wobei zwischen 400 und 665 Steine geladen wurden. Der Posthaltersknecht fuhr 30 Zentner Kalk von Plankenfels an. Nun lag rings um den Bauplatz alles für den Rohbau benötigte Baumaterial bereit. Der Baueifer war so groß, dass am 27. Mai 1926 mit dem Grundausheben begonnen wurde, obwohl die Baugenehmigung erst am 8. Juni 1926 erteilt wurde.

Der Bauverlauf. Nachdem die Männer die schweren Arbeiten des Steinbrechens und -fahrens geleistet hatten, beteiligten sich beim Grundausheben vor allem Frauen. Es scheint alles recht überhastet gegangen zu sein, so daß man den Grund nicht überall dem Gelände entsprechend tief genug gelegt hat. Besonders schwierig waren die Verhältnisse an der Seite zum Anwesen Haas, Hannberg 4. Vom Weg her stand sehr nahe der Backofen. Dicht daneben befand sich die Hüll von beträchtlicher Tiefe. Obwohl kaum mehr als 1 m entfernt, ging man mit dem Grund für die Kapelle hier nicht bis auf die Sohle des Wasserloches, was sich bald nach Fertigstellung der Kirche als sehr nachteilig erwies. Innerhalb von knapp 2 Monaten waren die Mauern so weit aus dem Boden, dass spätestens am 1. August 1926 im Rahmen einer entsprechenden Feier der Grundstein in die linke hintere Ecke der Mauer etwa 1 m oberhalb des Bodens eingemauert werden konnte. Am 20. September 1926 wurden die 5.200 Ziegeln vom Bahnhof Plankenfels in 7 Fuhren an die Baustelle gebracht. Etwa zur gleichen Zeit wurde 1 Fuhre Schiefer geholt. Adelhardt aus Neusig bringt von Plankenfels die Chorstufen und Leikam aus Waischenfeld fährt die 3 großen Sandsteine für den Altar nach Hannberg. Noch im Herbst 1926 konnte Hebefeier begangen werden. Daran schloss sich in der Wirtschaft Linhardt die übliche Brotzeit an, bei der 60 Liter Bier zu je 0,40 RM die Stimmung steigen ließ. Vor Einbruch des Winters stand die Kapelle fertig eingedeckt im Rohbau da. Nun bedurfte es keiner außergewöhnlichen Anstrengung mehr, die Kapelle rechtzeitig vor der auf Sonntag, den 26. Juni 1927, angesetzten Weihe fertigzustellen.

Die Arbeiter am Bau. Anerkennend kann vermerkt werden, dass sich keine Familie von Hannberg völlig ausschloss, als es darum ging, durch Hand- und Spanndienste mitzuhelfen, die Kosten für die Kapelle so niedrig wie möglich zu halten. All diese Arbeiten wurden umsonst geleistet. Bei diesem Einsatz zeichneten sich besonders zwei Hannberger aus, die während der Bauzeit Tag für Tag schwere Handlangerarbeit leisteten: Georg Schmitt, Hannberg 16, der Sohn des 1 . Vorstandes des Kirchenvereins, und Michael Linhardt, Hannberg 11. Georg Schmitt wanderte bald nach der Kircheinweihung nach Amerika aus. Er ist wohl der Auswanderer aus Hannberg, der seine Heimat am häufigsten besucht, hat. Michael Linhardt verunglückte am 19. 7. 1935 bei Pottenstein mit dem Auto tödlich. Verantwortlicher Maurer war Andreas Braun aus Waischenfeld, genannt -Horn Res-. Mit ihm arbeiteten seine Söhne Georg und Hans sowie Johann Seidler aus Zeubach, genannt -Mäuerers Schwarz-. Verantwortlicher Zimmerermeister war Johann Ritter aus Zeubach. Für die Arbeiten am Kirchturm zog er die Brüder Konrad und Georg Seidler aus Stechendorf bei, weil sie schon Erfahrung hatten im Aufrichten eines Zwiebelturmes. Die Dachrinnen brachte Adam Mayer aus Waischenfeld an. Die Schmiedearbeiten machte der Dorfschmied Christoph Linhardt, Hannberg 11. Der Schreiner Johann Neuner, Hannberg 2, fertigte zusammen mit seinem Sohn Heinrich die Kirchenstühle, das Podium am Altar und die 4 Spalierläden im Glockenturm für insgesamt 292 RM. In die Stirnseite jeder Bank sind einfache Einlegearbeiten eingelassen. Die Buchstaben H. N. in der 1. Bank rechts weisen auf Heinrich Neuner hin. Er ist seit August 1944 in Rumänien vermisst.

(Auszug aus: 50 Jahre Kapelle St. Johannes)

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