Hubenberg

Historische Ansicht

Es gehört mit Territorium, Zent und aller anderen Gerichtsbarkeit zum Amte Weischenfeld, die Geistlichkeit nach Nankendorf, der Zehend dem Pfarrer zu Weischenfeld. Der Ort hat ein Gemeindehirtenhaus, 20 mit Städeln versehene Häuser und eine Haushofstatt mit einem Stadel. (Johann Baptist Roppelt, Prof. der Mathematik in Bamberg. Zweyte Abtheilung - südlicher Theil, Seite 460 - 479. Nürnberg 1801.)

Dorfkapelle
Geweiht ist sie dem hl. Johannes dem Täufer, ihrer Bestimmung übergeben wurde sie im Juni 1952. Renovierungsarbeiten 1961, 1976 und 1979 gaben ihr das heutige Aussehen. Der Chor ist etwas schmaler als das Kirchenschiff, in ihm steht der kleine Rokokoaltar, der von der alten Seeliger Kapelle übernommen wurde. Er zeigt unter einem Baldachin die Muttergottes im Strahlenkranz mit dem Jesukind auf dem Arm. Diese Figur wird dem Ebermannstädter Bildhauer Theiler zugeschrieben. Auf dem Deckengemälde ist die Krönung der Muttergottes dargestellt, geschaffen von Maler Welkert aus Siegritzberg. Der Kreuzweg an den Seitenwänden stammt von Hans Braun aus Waischenfeld, er ist 1955 geweiht worden. Die Glocke erhielt ihre Weihe am 25.5.1952, die Kirche selber erhielt ihre Weihe am 22.6.1952 durch Pfarrer Pieger (Waischenfeld) und den beiden Kaplänen Lang und Sterzl (beide ebenfalls aus Waischenfeld).

Krugmarter am Wanderweg nach Saugendorf
Bestimmt schon viele Menschen dachten in einer besinnlichen Stunde darüber nach, wie wohl das Leben früher ausgesehen haben mag; in einer Zeit, als es noch keine Autos auf den Straßen gab, kein Fluglärm die Ruhe störte und keine Unglücksbotschaften von geborstenen Atomreaktoren die Gemüter der Menschen erregten. Die Natur war noch gesund und ließ sich willig ausbeuten, die Leute, gerade bei uns auf dem Land, waren arm, bescheiden und hilfsbereit. Die Kinder mußten noch Kühe und Gänse hüten, dabei machten sie ihre Schularbeiten, die Gesellen gingen noch auf Wanderschaft. Jung und alt trafen sich in der Winterszeit in den Rockenstuben zu Spiel und Tanz, dabei lauschte man den Alten, wenn sie von den Zeiten erzählten, als noch das "wütende Heer" durch die Gegend streifte oder zwei Brüder von der Rabenecker Burg um ein Burgfräulein kämpften. Sie wußten Sagen über die Hauspöpel, von der Fee in der Schatzlache, von den Zwergen im Wohnsgehaiger Hügel. Sie kannten aber auch Geschichten, die an wahre Begebenheiten anknüpften und oft in Verbindung mit den Martern standen. Ursprünglich waren Martern mit Blechbildern ausgestattet, die "die Marter Jesu" zeigten (Jesus am Kreuz, Jesus mit der Dornenkrone etc.). Als dann diese Bilder verrosteten und abfielen, wurden sie oftmals durch Heiligenbilder ersetzt. Die 17 Martern der Gemeinde Waischenfeld sind zum Großteil durch Herrn Karl Dill aus Bayreuth mit Heiligenmotiven des 15. Jhs. ausgestattet und gleichzeitig inventarisiert worden. Eine dieser Bildsäulen steht am Wanderweg nach Saugendorf, kurz nach dem Ortsende. Sie ist zusammen mit dem Eisenkreuz 240 cm hoch und birgt in den Rundbogennischen des Aufsatzes Hinterglasbilder von Karl Dill. Sie zeigen Motive aus dem Marienleben. Im Sockel ist noch die Inschrift G K 1870/1871 eingemeißelt. Georg Krug aus Hubenberg dokumentierte damit einen Abschnitt in seinem Leben, der ihn wahrscheinlich am stärksten prägte. Er musste nämlich 1870 in den Krieg gegen die Franzosen ziehen. Und er schwor sich, eine Marter zu setzen, wenn er gesund aus dem Feldzug zurückkommt, was dann auch geschah. In Waischenfeld gab es auch eine Erinnerung an diese Zeit. Die sogenannte Friedenslinde stand im Freibad neben dem alten Schwimmbecken. Sie ist 1871 gepflanzt worden, 100jahre später, 1971, im Zuge der Freibadsanierung, fällte man sie. Quasi als Gegenstück zur Hubenberger Marter könnte man das Holzkreuz neben der Kapelle in Heroldsberg betrachten. Der Dorfwirt ließ es 1877 aufstellen, als Dank dafür, dass er nicht in den Krieg gegen Frankreich ziehen musste.

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