Seelig

Marienkirche in Seelig.
Marienkirche in Seelig.

Zahlreiche Funde aus der Steinzeit beweisen, daß in der Fränkischen Schweiz - auch bei Seelig und im angrenzenden Aufseßtal - schon seit uralten Zeiten Menschen lebten. Vor einer ordentlichen Besiedlung hausten sie in Höhlen; wenn die Nahrungsquellen ausgingen, zogen sie weiter, und so konnte es geschehen, daß das Land jahrzehntelang von keines Menschen Fuß betreten wurde. Als nach der Völkerwanderung wieder Ruhe im germanischen Lebensraum eintrat, errangen die Franken immer mehr Macht und Einfluß. Sie drangen mainaufwärts auch bis hierher und noch weiter vor und nahmen unsere Gegend in ihren Besitz. Es ist sehr wahrscheinlich, dass Seelig eine fränkische Gründung ist. Diese Vermutung passt zum Alter des Ortes Seelig. Das Dorf bestand nämlich schon vor der Gründung des Bistums Bamberg (1007). Es gehörte zum Bistum Würzburg, das schon 741 von Bonifatius errichtet worden war. Würzburg hatte in Seelig Zehntrechte; diese sind urkundlich nachzuweisen. So zählt das Lehensbuch des Hochstifts Würzburg unter den Bischöfen Andreas von Gundelfingen (1303 - 1307),und Gottfried von Hohenlohe (1317 - 1322) auch Seelig im Sprengel der Urkirche von Nankendorf als Siedlung auf, die zum Lehensbereich des Bistums Würzburg gehörte. - Allerdings hieß es damals nicht Seelig, sondern Saiheck. Das bedeutet: Ein Platz, an dem viele Salweiden stehen. Da, wie schon erwähnt, das Bistum Bamberg erst 1007 durch Kaiser Heinrich 11. (1002 - 1024) gegründet wurde, bestand also der Ort Seelig schon eher. Denn Würzburger Zehentrechte konnten nach 1007 im Bereich des Hochstiftes Bamberg nicht mehr entstehen. Das Schicksal des Dorfes und seiner Bewohner war im Mittelalter ähnlich dem anderer Orte: Grundlage des Lebens war die Landwirtschaft; sie war im großen und ganzen dürftig, da auf den Jurahochflächen wenig gedieh. Was die Bauern erwirtschafteten, mußten sie großenteils an die Herren abgeben. Auch die Schlüsselberger, die um 1216 die Herrschaft in und um Waischenfeld antraten, nahmen ihren Teil. Sie übertrugen die Zehentrechte von Seelig den Rittern von Rotenstein. Nach dem Tode des letzten Schlüsselbergers im Jahre 1347 entstand, da Konrad von Schlüsselberg ohne männliche Nachkommen war, Streit um das Erbe. Seelig kam in den Besitz der Herren von Streitberg und damit auch in den Einflußbereich der Burggrafen von Nürnberg. Da nach mehr als 200 Jahren deren Nachkommen und ihr Gefolge die Lehre Luthers annahmen, wurde auch Seelig evangelisch. Nach dem Erlöschen der Familie von Streitberg kam ein Teil ihrer Güter, darunter auch Seelig, an den Bamberger Bischof Marquard Sebastian Schenk von Stauffenberg, der sie an seine Brüder und Verwandten auf Greifenstein übertrug. Nach dem Besitzwechsel änderte sich auch die Konfession. Seelig wurde wieder katholisch und kam im Jahre 1705 zur Pfarrei Waischenfeld. Die Herren von Stauffenberg kümmerten sich um das religiöse Leben ihrer Untertanen sehr. Sie stifteten für die Eustachius-Kapelle in Seelig einen schönen Altar, der heute die Kirche in Hubenberg schmückt. Es ist unbekannt, wenn in Seelig die erste Kirche gebaut wurde. Sie erwies sich als zu klein. Deshalb schlossen sich die Einwohner Seeligs schon nach dem 1. Weltkrieg zu einem Kirchenbauverein zusammen. Ihr Ziel, eine neue, größere Kirche zu bauen, konnten sie erst nach dem 2. Weltkrieg in den Jahren 1949 - 1951 verwirklichen. Die Einsatz- und Opferbereitschaft aller Dorfbewohner war vorbildlich. Viele Freunde und Gönner halfen mit Rat und Tat und Spenden, so daß ein würdiges Gotteshaus entstehen konnte, auf das wir stolz sind und dessen Bild unsere Fahne ziert.

Von Josef Krems

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