Waldlehrpfad bei Muggendorf

Wandern im Wiesenttal in der Fränkischen Schweiz
Wandern in Muggendorf
Der Waldlehrpfad bei Muggendorf

Die "Gute alte Zeit"

Die Fränkische Schweiz, eine der reizvollsten deutschen Landschaften, wurde von jeher durch kleinbäuerliche Landwirtschaft geprägt. Steinige Äcker erschwerten den Feldbau, brahcten nur geringen Ertrag und eine Familie konnte sich mehr schlecht, als recht davon ernähren. Deshalb betrieb fast jedes Anwesen noch irgendein Handwerk, z.B. als Schuster, Schneider, Schmied, Schreiner usw.

Das Schaf als "Landschaftspfleger"
Die mageren (wenig fruchtbaren) Hänge wurden von vielen Wanderschäfern mit großen Herden genutzt, um Fleisch und Wolle zu gewinnen. Die aufkommende Baumwolle, sowie ein Importverbot durch Frankreich bedeuteten das Ende dieses Erwerbszweiges. Dadurch verschwanden die Schafherden und die Landschaft veränderte sich zusehends: Büsche und Sträucher machten sich breit, Schafhutungen wurden aufgeforstet. Pflanzen wie Orchideen, und Tiere wie Rebhuhn und Hase verloren weitgehend ihren natürlichen Lebensraum.

Die jetzige Zeit
Mittlerweile hat ein Umdenken stattgefunden: die ihrer Heimat verbundenen Menschen achten und schützen den Lebensraum der einzigartigen Flora und Fauna.

Der Waldlehrpfad
Der Waldlehrpfad in Muggendorf beginnt an der Ortsverbindungsstraße nach Wohlmannsgesees. Er führt in anschaulicher Weise an die Schönheiten und Besonderheiten unserer Landschaft heran. Dabei sollen Probleme, die durch den Menschen verursacht wurden, nicht verschwiegen werden.
Ein einschneidendes lokales Ereignis für die Waldbauern war der "Eisregen" im Jahre 1987. Ganze Wälder brachen unter der Last des anhängenden Eises zusammen. Mittlerweile wurden die Kahlflächen als Mischwald wieder aufgeforstet.
Wandern Sie auf einem bequemen Weg dreieinhalb Kilometer entlang der Wiesent vorbei an Felsformationen. Stellen Sie den Schautafeln die erlebte Wirklichkeit gegenüber. Der artenreiche Mischwald offenbart die Lebensräume unserer heimischen Tiere und Pflanzen.

Besondere Waldgesellschaften
Auf der anderen Talseite liegt das Felsgebilde "Hohler Berg". Sie erreichen es, wenn Sie die Bahnschienen und den Fluss auf dem Holzsteg überqueren. Dort befinden sich der Schluchtwald "Zwecklersgraben" und der "Mehlbeerensteig".

Schluchtwald "Zwecklersgraben" (Feucht-kühler Schlund)
Schon eingangs der Schlucht spürt man den kalten Atem, der jahrein, jahraus durch den felsigen Karst weht. Hier haben nur solche Pflanzen eine Lebensgrundlage, die früh blühen (Geophyten) und ihre Vorräte in ihren Wurzeln speichern. Ahorn und Esche, Ulme und Linde sind hier die natürlich vorkommenden Bäume. Bei Regenfällen verwandeln sich die trockenen Rinnen urplötzlich in reißende Bäche mit Wasserfällen und Tümpeln. Eine Stunde später können Sie wieder trocken liegen.

Geheimnisvolle Zauberpflanzen
Wer kennt sie nicht, die Geschichten von den Zaubertränken. Spätestens seit "Asterix und Obelix" wissen auch die Kinder darüber Bescheid. Aber wer kennt die Standorte dieser seltenen Pflanzen, die heilen oder zu Rausch und Vergiftung führen können. In einem Schluchtwald wie dem "Zwecklersgraben" bei Muggendorf kann man diese Kräuter noch finden: den gefleckten Aronstab und die Weißwurz, die Springwurz, die im Märchen jedes Tor öffnen kann. Giftig sind auch die sonderbare Einbeere und der gelbe Wolfseisenhut. Auch der Feuersalamander und die Erdkröte sind in diesem feuchten Tal beheimatet.

Der „Mehlbeerensteig"
Er verläuft unmittelbar unter den Felswänden des „Hohlen Berges". Entlang der blühenden Felsbänder wächst hier noch ein seltenes Relikt aus der Eiszeit:
Fränkische Mehlbeere – Wolfseisenhut – Gefleckter Aronstab – Fliegen-Orchis (eine seltene heimische Orchideenart)

Stationen:
1. Muggendorf um 1920
2. Historische Eisenbahn
3. Mehlbeerensteig am „Hohlen Berg"
4. Leben im Reisighaufen
5. Leben im Steinhaufen
6. Geologie des Jura
7. Aufgaben der Forstwirtschaft
8. Schutzfunktionen des Waldes
9. Leben im Wasser
10. Waldtiere
11. Baumarten: Eiche und Ahorn
12. Tarnen und Täuschen
13. Fledermäuse
14. Leben am Fels
15. Naturverjüngung
16. Waldpflege und Durchforstung
17. Greifvögel
18. Baumart: Lärche
19. Mischwald oder Reinkultur
20. Baumart: Esche, Douglastanne
21. Eisbruch 1987
22. Baumart: Kiefer (Föhre)
23. Lebensraum der Spechte
24. Mischwald mit „Totholz"
25. Baumart: Buche
26. „FFH"-Richtlinien
27. Baumart: Fichte
28. Wald, Wild und Jagd
29. Singvögel
30. Orchideen

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