20.11.2014

von B° AG

(Quelle: Landkreis Nürnberger Land)

Festakt fürs Kletterkonzept

Festakt für eine Erfolgsgeschichte: Bei einem Festabend in Pottenstein wurde das Gesamtkletterkonzept Fränkische Schweiz – Veldensteiner Forst mit Fichtelgebirge vorgestellt.


Es fasst die 14 Kletterkonzepte in der Oberpfalz, Ober- und Mittelfranken zusammen.

Was vor 22 Jahren in der Hersbrucker Alb begann, entwickelte sich zu einer Erfolgsgeschichte: die Kletterkonzepte. Ende der 80er Jahre spitzte sich die Konfliktsituation durch starke Kletteraktivitäten zu – verbunden mit der Drohung von Felssperrungen in Bayern. Anfang der 90er Jahre begannen Günther Bram (damaliger Regionalvertreter im DAV für Klettern und Naturschutz) und Karlheinz Pühl von der Unteren Naturschutzbehörde des Landratsamts Nürnberger Land mit der Gründung eines Arbeitskreises, bei dem Naturschutz- und Klettersportvertreter gleichermaßen beteiligt waren. Am Ende des Prozesses stand das erste Kletterkonzept für den Fränkischen Jura fest. Weitere Konzepte folgten.

Seither lenken freiwillige Vereinbarungen zwischen Naturschützern und Sportlern den Klettersport in naturverträgliche Bahnen. Denn der Nördliche Frankenjura ist eines der bedeutendsten Klettergebiete der Welt– aber die rund 1000 bekletterten Felsen sind gleichzeitig ein sensibler Naturraum, insbesondere als Brutstätten für Greifvögel und Biotope für seltene und bedrohte, geschützte Pflanzenarten.

Das Nürnberger Land wirbt mit Klettern als Freizeitaktivität und hat das Kletterkonzept in die touristischen Prospekte und ins Internet-Angebot der Outdoor- und Genussregion aufgenommen. Damit schlägt das Nürnberger Land als Vorreiter eine Brücke zwischen Naturschutz, -sport und -tourismus, der sich immer größerer Beliebtheit erfreut.

Zu Erstellung der Kletterkonzepte arbeiteten Vertreter der Höheren und Unteren Naturschutzbehörden, der Naturparkverwaltung, der Naturschutzorganisationen, des Deutschen Alpenvereins (DAV) und der Interessengemeinschaft (IG) Klettern zusammen. Gemeinsam begutachteten sie über 1000 Felsen vor Ort, diskutierten notwendige Lenkungsmaßnahmen und teilten die Felsen in drei Zonen unterschiedlicher Nutzung ein: Klettern erlaubt auf bestehenden Routen mit Erschließung von neuen Touren; Klettern nur auf vorhandenen Routen; freiwilliger Kletterverzicht. Zusätzlich werden bei Bedarf Kletterverbote für Vogelschutz während der Brutzeit befristet ausgesprochen. Freiwilligkeit, Akzeptanz und Konsens statt gesetzliche Regelungen lautet die Devise. Kletterer verstehen sich heute gar als Naturschützer und melden sowohl Verstöße als auch Tiersichtungen an die Behörden, die gemeinsam mit der IG Klettern und dem DAV den Meldungen nachgehen.

Dieses solidarische Vorgehen hat europaweiten Vorbildcharakter und wurde daher beim Festakt in Pottenstein entsprechend gefeiert. Der Naturpark Fränkische Schweiz –Veldensteiner Forst e. V., die Regierung von Oberfranken, die IG Klettern Frankenjura und Fichtelgebirge e. V. sowie der Deutsche Alpenverein e. V. richteten die Veranstaltung als Höhepunkt ihrer Zusammenarbeit bei der Konzepterstellung miteinander aus. Die Schirmherrschaft hatte der damalige bayerische Umwelt-Staatsminister Dr. Marcel Huber übernommen.

Alle Festredner vermittelten, wie wichtig diese Zusammenarbeit war, um einen einheitlichen Standard für die Nutzung der Kletterwände festzulegen. Dies dient nicht nur dem Naturschutz, sondern auch der Sicherheit und Orientierung der Kletterer, die immer häufiger aus europäischen Ländern wie Schweiz und Italien anreisen. Das Zusammenspiel von Mensch und Natur wird in der Ausbildung der Klettertrainer, der bundesweiten ehrenamtlichen Felsbetreuung und dem neuen KletterscheinOutdoor gelehrt. Dadurch bleibt die Natur weiterhin für jeden zugänglich und erfahrbar. Der besondere Dank aller Redner galt den vielen Ehrenamtlichen, die sich bei den Begehungen, in der Wegepflege und der Biotoppflege engagieren. Sie liefern damit einen wesentlichen Beitrag zum Gelingen und Fortleben des Gesamtkonzepts.

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