24.07.2019

von B° RB

Ensemble Mesinke

Burg Rabenstein Event GmbH. Konzert in der Sophienhöhle bei Burg Rabenstein: Klezmer in der Sophienhöhle - Hommage an Theodor Kramer und seine besten Klezmer-Stücke

Ensemble Mesinke

Am Freitag, den 26.07., um 20 Uhr spielt das Ensemble Mesinke im kerzenbeleuchteten Vorraum der Sophienhöhle im Naturparadies Burg Rabenstein und präsentiert eine Hommage an den jüdischen Lyriker Theodor Kramer und seine besten Klezmer-Stücke.

Die Klezmerband aus Schwaben feierte vor drei Jahren ihr 25-jähriges Bühnenjubiläum. Mehr als 300 Konzerte haben die sechs Schwaben gegeben. Lesungen haben sie umrahmt, einen Stummfilm live vertont und Workshops gegeben. 2019 in der Sophienhöhle stellen Martin Glogger (vocals, bass), Jürgen Groß (vocals, guitar, accordeon, mandolin), Thilo Jörgl (vocals, guitar, drums), Alexander Maier (vocals, clarinet, sax), Erika Spielvogel (Gesang) und Nicole Hausmann (Gesang) im ersten Set einen Außenseiter in den Mittelpunkt ihres Konzertes.

„Einer der der größten Dichter der jüngeren Generation." So bezeichnete Thomas Mann den österreichischen Lyriker Theodor Kramer. Obwohl der Wiener Schriftsteller (1897-1958) mehr als 12.000 Gedichte verfasste, geriet sein Werk nach seinem Exil in Großbritannien in Vergessenheit - zumindest in der breiten Öffentlichkeit. Erst in den 70er Jahren führten Gedicht-Interpretationen des Musikduos "Zupfgeigenhansel" dazu, dass zumindest in Musikerkreisen das Werk Kramers, der Bert Brecht und Georg Trakl verehrte, wieder entdeckt wurde.

Zur Person: Theodor Kramer wurde am 1. Januar 1897 im niederösterreichischen Niederhollabrunn geboren. Sein Vater war der Arzt Dr. Max Kramer, der aus einer jüdischen Familie in Böhmen stammte, so wie auch seine Mutter Babette Kramer. Nach einem abgebrochenen Studium arbeitete Theodor Kramer kurzzeitig als Beamter und Buchhändler. Ab 1931 lebte er als freier Schriftsteller. Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich wurde Kramer als Jude und Sozialdemokrat ein Arbeits- und Berufsverbot auferlegt, seine Schriften kamen auf die  Liste des schädlichen und unerwünschten Schrifttums.

1939 gelang es zunächst seiner Frau Inge Halberstamm und dann ihm selbst, nach  London zu emigrieren, wo er 1946 die britische Staatsbürgerschaft erhielt und bis 1957 lebte. 1940 bis 1941 war Kramer als feindlicher Ausländer interniert. Er fand 1943 in  Guildford am County Technical College eine Anstellung als Bibliothekar, der er bis 1957 verpflichtet blieb. Er war Vorstandsmitglied des Österreichischen Exil- P.E.N.-Clubs und in engem Kontakt mit Kollegen wie etwa  Elias Canetti, Erich Fried oder Hilde Spiel.

Nach dem Zweiten Weltkrieg lehnte Kramer das Angebot Viktor Matejkas ab, nach Wien zurückzukehren. In den 1950-er Jahren vereinsamte er immer mehr und litt unter Depressionen. Erst 1957 wurde er auf Intervention seines Freundes  Michael Guttenbrunner, aber auch Bruno Kreiskys, nach Wien zurückgeholt, wo er eine Ehrenpension des Bundespräsidenten erhielt. Er starb am 3. April 1958, unglücklich und wenig beachtet, nach einem Schlaganfall in Wien.

Vor fast 20 Jahren stieß die aus Krumbach stammende Klezmerband Mesinke auf die Zupfgeigenhansel-Lieder und in diesem Zusammenhang auch auf das literarische Vermächtnis des jüdischen Lyrikers, der sich in seinen Gedichten vor allem mit den Außenseitern der Gesellschaft beschäftigte. Proletarier, Landstreicher und Knechte stehen oft im Mittelpunkt seiner liedhaften, aber unromantischen Gedichte. Mesinke arrangierte einige "Zupfgeigenhansel"-Stücke neu, Sängerin Erika Spielvogel vertonte mehrere Kramer-Gedichte und 1997 nahm das Ensemble schließlich diese Stücke für ihre dritte CD "Kejn schworzer tog in lebn" auf.

Spezialisiert sind die Nordschwaben im Vergleich zu anderen Ensembles, die nur Instrumentalmusik spielen, vor allem auf jiddische Lieder. Mit Klarinette, Sax, Gitarre, Akkordeon, Bass und Schlagzeug haben die Musiker traditionelle Stücke modern bearbeitet und bringen so eine mitreißende Mischung aus Folk, Jazz und Klassik auf die Bühne. Im zweiten Set spielen sie eine Auswahl ihrer besten Klezmer-Stücke. 

Freuen darf man sich auf einen ausgefallenen und schwungvollen Klezmer-Abend in der Sophienhöhle!

Karten sind erhältlich an allen CTS-Vorverkaufsstellen, online oder unter Tel. 09202/9700440. 

Eintritt: 19 € (16 € Schüler/Studenten). 

Freitag, 26. Juli 2019, 20:00 Uhr

Kartenreservierung unter 09202 / 970 044 0

Eintritt: Erwachsene 19,00 €, Schüler u. Studenten 16,00 €

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