13.03.2007

Neue Beleuchtung für Teufelshöhle

"Sie werden die Höhle nicht wiedererkennen". Dies versprach am 13.03.07 der Münchener Lichtdesigner, Regisseur und Kameramann Jürgen Rotter während eines Pressegesprächs zur neuen Beleuchtung der Teufelshöhle die inklusive der kompletten neuen Elektroinstallation rund 265.000 Euro kosten wird.

Lichtdesigner Jürgen Rotter (rechts) mit Elektromeister Alfons Rogner (links) und in der Hand mit den neuen Leuchten im Barbarossadom der Teufelshöhle Pottenstein


"Sie werden die Höhle nicht wiedererkennen". Dies versprach gestern Vormittag der Münchener Lichtdesigner, Regisseur und Kameramann Jürgen Rotter während eines Pressegesprächs zur neuen Beleuchtung der Teufelshöhle die inklusive der kompletten neuen Elektroinstallation rund 265.000 Euro kosten wird. Bis die Teufelshöhle einschließlich der Therapiestation allerdings in neuem Licht erstrahl, wird es Mitte bis Ende Mai werden, so der projektbegleitende Nürnberger Ingenieur Jan Freiberk.
Bürgermeister Stefan Frühbeißer ist glücklich, dass der Zweckverband Teufelshöhle eine 90-prozentige Förderung für das Licht- und Akustikprojekt erhält. 55 Prozent der Gesamtkosten kommen aus dem Wirtschaftförderungstopf des Freistaats, weitere 35 Prozent von der Oberfrankenstiftung. Anfang der Woche hat auch die Auerbacher Firma Fernseh-Rogner mit den Elektroinstallationsarbeiten begonnen. Wie Firmenchef Alfons Rogner sagte, sei dies eine ganz besondere Hersausforderung für ihn und seine Mitarbeiter. Nicht nur die komplette 30 Jahre alte Elektrotechnik der Höhle wird erneuert, zum Einsatz kommt vor allem die neueste LED-Technik, ein Kaltlicht, dass die Moosbildung und das Algenwachstum fast auf Null reduziert. Kritiker hielten dies nicht für möglich, doch wie Frühbeißer betonte, habe die Forschungsgruppe Höhle und Karst mit der neuesten LED-Generation eine Landzeitstudie durchgeführt, den Beweis dafür geliefert. Neu eingebaut werden etwa 330 sogenannte Power-LED-Leuchten mit mehreren Tausend einzelnen Leuchtdioden von denen 130 in den drei großen Höhlensälen Kuppelsaal, Barbarossadom und Riesensaal elektronisch mit Musik angesteuert werden. Zudem müssen 6000 Meter Kabel neu verlegt werden. Auch für Lichtkünstler Jürgen Rotter eine "wahnsinnig reizvolle" Aufgabe. Normalerweise leuchtet er Fernsehstudios aus, setzt Schauspieler wie Publikum ins rechte Licht. 2003, als das Bayerische Fernsehen mit "Jetzt red i" im Pottensteiner Bürgerhaus war, wurden die Kontakte zu Rotter geknüpft. Er war für die Ausleuchtung des Bürgerhausaals zuständig. Nun hat Rotter ein Lichtkonzept entwickelt das mit dem LED-Licht die Zukunft der Höhlenbeleuchtungen schlechthin sein wird. Die Höhlentour werde damit zu einem ganz neuem Erlebnis, zu einer künstlerischen Inszenierung mit der eine Geschichte erzählt wird. Betritt der Besucher künftig einen der drei großen Höhlenräume, dann brennt zunächst nur die Wegbeleuchtung. Alles andere liegt geheimnisvoll im Dunkeln. Danach wird innerhalb einer Minute ein Schauspiel mit von Musik angesteuerten Lichteffekten erzielt, dass die einzelnen Tropfsteine nacheinander für den Betrachter leuchten lässt. Möglich macht dies ein sogenanntes "BUS-Steuersystem". Die Tropfsteine tauchen dann auf einmal wie aus dem Nichts auf. 10 000 Musikstücke hat Rotter inzwischen angehört, nur drei die GEMA frei sind kommen letztendlich in Frage. Ist die Lichtshow auch mit wenigen farbigen Lichtern und mit Musikuntermalung vorbei, dann beginnt der Höhlenführer erst mit seinem dreiminütigem Vortrag wie bisher auch. "Wenn die Besucher die Höhle verlassen, dann müssen sie begeistert sein", sagte Rotter. Müssen "wow" sagen, ein "Aha-Erlebnis" mitnehmen. "Es ergibt sich eine neue Art der Bewegung", so der Künstler. Unterstützt bei der Vorbereitung hat ihn seine Frau Eva. Die ist Fotografin, hat vorher alles bildlich in Szene gesetzt. Für Frühbeißer ist aber die Energieeinsparung auch ein wichtiger Aspekt. Die neuen LED-Lampen werden dann nur noch ein Zehntel soviel Strom verbrauchen wie die bisherigen Glühbirnen. Und sie haben eine Lebensdauer von 80000 Stunden, was ungefähr 25 Jahre sind. Karl Josef Deinlein, der Chef der Höhlenführer, ist froh darüber. "Erst letzte Woche mussten wir wieder viele Glühbirnen auswechseln", so Deinlein. Und eine enorme Arbeitsersparnis soll es auch in jedem Frühjahr geben. Denn da mussten die Höhlenführer immer das Moos und die Algen von allen Tropfsteinen mühsam abbürsten. Neu sein wird auch ein großer Bildschirm im Eingangsbereich der Höhle auf dem die Besucher zum Beispiel einem Imagefilm über Pottenstein sehen können. Und neu ist auch eine Sicherheitsbeleuchtung wenn einmal der Strom ausfällt. Etwa sechs Wochen wird Rotter in der Höhle arbeiten, bis alle Scheinwerfer an der richtigen Stelle sind. Während den Arbeiten wird der Höhlenbetrieb ganz normal weiterlaufen, so Frühbeißer.

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